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 siehe auch Zubehör:
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Letzte Aktualisierung:
22-Mai-2008
Amstrad PLC
Quelle: http://www.8bit-museum.de


Alan Sugar Trading von Amstrad und Albert und Bernhard Schneider von den Schneider Rundfunkwerken in Türkheim unterzeichneten 1984 einen Vertrag, der den Vertrieb des von Amstrad in Korea gebauten CPC464 (Colour Personal Computer) über den Vertriebskanal des Rundfunkgeräteherstellers Schneider vorsah. Daher wird an dieser Stelle mehr über die Geschichte von Amstrad berichtet, welche letztendlich die Hersteller dieser erfolgreichen Computerfamilie waren.

Sir Alan SugarAmstrad wurde 1968 von Alan Sugar gegründet, um billige HiFi- und TV-Geräten zu vermarkten. Als Amstrad 1984 den CPC 464 in der Westminster School vorstellt, vermuteten viele der Anwesenden dahinter nur einen Marketing-Gag. Doch Amstrad's Engagement war wohlgeplant: bereits 1983 wurde ein (diesbezüglich allerdings vollkommen unerfahrenes) Team von Amstrad-Ingenieuren mit der Entwicklung eines neuen Homecomputers mit dem Codenamen Arnold beauftragt. Sie scheiterten an der gestellten Aufgabe, worauf sich Amstrad an die erfahrenen Hardwareentwickler William Poel und Roland Perry wandte. Perry entdeckte schließlich die junge Firma Locomotive, die bereits ein Basic für den MOS 6502 sowie für den Zilog Z80 erstellt hatten. Das Basic wurde als ROM-Version in Arnold implementiert. Nachdem der erste Prototyp fertigestellt und zwecks Produktion nach Asien verschickt wurde, nahm Amstrad Kontakt zu vielen Softwareentwicklern auf, die Software für den neuen Amstrad-Computer, der mittelrweile den Namen CPC-464 (Colour Personal Computer 464) erhalten hatte, entwickeln sollten.

Die Vorstellung des fertigen CPC-464 am 11.April 1984 war eine kleine Sensation: in vielen Punkten war der Amstrad dem Klassenprimus Commodore C64 überlegen. Vor allem das Locomotive-Basic verfügte über viele leistungsfähige Kommandos, die das Basic des C64 schlecht aussehen ließ. Beim Amstrad waren viele Befehle enthalten, die Grafik- und Soundprogrammierung direkt erlauben. Mit dem 6845 verfügte der CPC gegenüber dem C64 über einen sehr flexiblen Videochip, der 20x25 Zeichen (160x200 Pixel), 40x25 Zeichen (320x200 Pixel) bzw. 80x25 Zeichen (640x200 Pixel) darstellen konnte. Der Sound war zwar etwas magerer als der des SID beim C64, dafür bot der Amstrad aber Stereo. Lediglich die für die Spielprogrammierung beliebten C64-Sprites fehlten. Als Komplettangebot mit integriertem Kassettenrekorder und Grünmonitor (Farbmonitor optional) konnte der CPC-464 über 2 Mio. mal verkauft werden.

Durch den großen Erfolg des CPC 464 ermutigt, entschied sich Amstrad dafür, eine professionellere Maschine auf den Markt zu bringen. 1985 erscheint der Nachfolger CPC-664. Es handelt sich um einen CPC-464 mit eingebautem 3" Diskettenlaufwerk (anstelle des Kassettenlaufwerks beim 464). Um die Kompatibilität mit älterer CPC-Software, die nur von Kassette vorhanden war, zu erhalten, konnte man einen Kassettenrecorder extern an den 664 anschließen. Die Tastatur wurde leicht verändert, u.a. war sie jetzt in grau und blau gehalten.

Der 664 war nur kurz auf dem Markt. Im selben Jahr erschien noch der Nachfolger, der CPC 6128 mit 128 KByte RAM (2x64 KB bankswitched), ansonsten war er praktisch identisch zum CPC 664.

Im Jahre 1985 wurde der Amstrad PCW 8256 (oder in Deutschland bekannt als Schneider Joyce) als komplettes Textverarbeitungssystem mit eingebautem Diskettenlaufwerk, Drucker und Grünmonitor herausgebracht. Als Betriebssystem wurde CP/M Plus 3.0 verwendet, wodurch sich für den Rechner eine Menge professioneller Anwendungen erschloß. Die wichtigste mitgelieferte Anwendung war jedoch die Textverarbeitung LocoScript. Weiterhin waren Dr.Logo (Programmiersprache Logo), Mallard Basic (eine erweiterte Version von Microsoft MBasic) und GSX im Lieferumfang enthalten.

Anfang 1986 mußte auch Amstrad auf MS/PC-DOS-Zug aufspringen und brachte PC-20 (baugleich Schneider PC-1512 und Sinclair PC 200). Im gleichen Jahr kauft Amstrad Sinclair Research Ltd. auf. Amstrad produzierte noch den Spectrum +2 (mit eingebautem Cassettenrecorder), Spectrum +3 (mit integriertem Diskettenlaufwerk) und den 2A (eine Mischung aus beiden).

1987 brachte Amstrad den PC kompatibel PPC 640D auf den Markt. Es handelte sich um einen portablen PC, der entweder mit Batterien oder Netzadapter lief. Anfang 1988 ging die erfolgreiche Zusammenarbeit von Schneider und Amstrad in Deutschland zu Ende. Schneider stellte den Vertrieb der Amstrad-Produkte ein und Amstrad verkündete im März auf der CeBIT, eine eigene Niederlassung in Deutschland zu eröffnen.

Eine eigene Niederlassung in Deutschland, die auch für die Schweiz und Österreich zuständig war, eröffnet Amstrad 1988. Durch Verzögerungen bei der Ablösung von Schneider als Distributor, kommt es bei den Händlern zu Lieferengpässen und Unsicherheiten. Alleine diese sechs Monate Zeitverlust bedeuten schließlich für den CPC das Ende.

1990 versuchte sich Amstrad an einem Comeback mit dem CPC 464+. Er verfügte über kein eingebautes Betriebssystem, sondern die Firmware (und auch das Basic) mußten über Cartridges geladen werden. Dafür waren zusätzliche Grafikmodi verfügbar, die bis zu 32 Farben aus 4096 gleichzeitig darstellen konnten. Als weiteres Feature erlaubte der 464 Plus, digitalisierten 4-Bit-Sound abzuspielen. Doch 64 KB RAM und ein Kassettenrecorder waren 1990 nicht mehr zeitgemäß, so daß der Rechner nur in England und auch dort kurz produziert wurde. Im selben Jahr schob man den CPC 6128+ nach, welcher über 128 KB RAM verfügte. Eine reine Spielekonsole ohne Laufwerk wurde mit dem Modell GX4000 ebenfalls angeboten. Doch den Homecomputermarkt teilten sich mittlerweile die wesentlich leistungsfähigeren 16/32Bit Computer von Atari (ST) und Commodore (Amiga) unter sich auf. Somit wendete sich Amstrad nun der PC-Entwicklung zu. Aber auch hier war es mittlerweile schwer geworden, Fuß zu fassen.

Am 31.Juli 1997 wurde der Aktienhandel der Amstrad an der Londoner Börse eingestellt. Amstrad existierte seit diesem Zeitpunkt praktisch nicht mehr. Den Markennamen besaß nun die Firma Betacom und aus Amstrad wurde Viglen Technology, eine Firma, die Amstrad 1994 übernommen hatte. Ende November 1997 änderte sich der Name von Betacom wieder in Amstrad. Somit war Amstrad Ende 1997 wieder im Geschäft, produzierte u.a. Satellitenempfänger. Am 8. Dezember 1999 übernimmt dir Firma Metabox die deutsche Niederlassung Amstrad Distribution GmbH.