Nixdorf Computer AG
Quelle: Wolfgang
Schröder
1952 gründet der Ostwestfale Heinz Nixdorf nach
abgebrochenem Physikstudium sein "Labor für Impulstechnik"
- in einer Kellerwerkstatt der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke
(RWE). Damit begann die Erfolgsgeschichte, die Nixdorf zwischenzeitlich
einen Umsatz von fast vier Milliarden bescherte und zum viertgrößten
Computerhersteller Europas mit fast 30.000 Beschäftigten machte.
Zusammen mit einigen anderen Firmen wie Kienzle oder Philips schuf Nixdorf
Mitte der 1960er-Jahre Computer für den kaufmännisch/ administrativen
Bereich, die in Preis und Leistung auch für Klein- und Mittelbetriebe
nutzbar waren.
Im April 1968 erwarb Heinz Nixdorf für 17,5 Mio.
DM die Wanderer-Werke AG in Köln, seinen bis dahin größten
Kunden. Noch im gleichen Jahr folgte die Umbenennung in Nixdorf Computer
AG (NCAG) und die Verlegung des Firmensitzes nach Paderborn.
Allein zwischen 1966 und 1976 explodierte der Umsatz
von 28 auf 686 Millionen Mark. Zwei Jahre später wurde die Milliarden-Grenze
durchbrochen, und 1985 erreichte der Umsatz bei 3,9 Milliarden Mark seinen
Höchststand.
Doch der Niedergang war auf dem Höhepunkt schon
eingeläutet. Nixdorf hatte nicht nur den Siegeszug des Personal Computers
verschlafen - auch eine vernünftige Kostenrechnung existierte in
dem Unternehmen nicht, und nur dem Talent der Verkaufstruppe war es zu
verdanken, dass man noch 1987 mit dem 1976 entwickelten Rechnersystem
8870 Geld verdienen konnte. Nixdorf erlebte den Niedergang nicht mehr.
Er starb 1986 auf der Cebit an einem Herzinfarkt.
Auch der neue Eigentümer Siemens, der Nixdorf 1990
schluckte, hatte mit dem Paderborner Unternehmen wenig Glück. 1999
brachte der Münchener Elektronikriese den Computerbauer in ein Gemeinschaftsunternehmen
mit Fujitsu ein. Aus Siemens-Nixdorf wurde Fujitsu-Siemens.
Überlebt hat der Name Nixdorf nur im Bereich Kassensysteme
und Geldautomaten. 1999 verkauften Siemens den Geschäftsbereich an
eine Investorengruppe, bestehend aus der Investmentbank Goldmann Sachs
und dem Finanzinvestor KKS. Unter dem Namen Wincor-Nixdorf feiert das
Unternehmen seitdem Erfolge.
Schon zu Siemens-Zeiten entwickelte sich die Sparte zum
drittgrößten Hersteller von Kassenautomaten der Welt und verdoppelte
in vier Jahren ihren Umsatz. Und seit dem Ausstieg der Münchener
leuchtet das Firmenzeichen auch wieder in rot statt in türkis, ganz
wie in alten Zeiten.
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