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Gegündet
wurde Sirius Technologies mit Sitz in Scotts Valley (Kalifornien)
als Tochterunternehmen der "Walter Kidde Corporation"
im August 1980 von Chuck Peddle und Chris Fish. Peddle ist besser
bekannt als genialer Hardwareentwickler bei MOS und Commodore, wo
er unter anderem an der Entwicklung der 6502 CPU und des Commodore
PET maßgeblich beteiligt war. Chris Fish war vorher als Finanzfachmann
bei Commodore beschäftigt.
Natürlich wußte Peddle, das 1980 auch
IBM einen Personal Computer auf Basis des Intel 8088/8086 entwickelte.
Er schaffte es jedoch, seinen Victor 9000 ein paar Wochen vor IBM
PC auf den US-Markt zu bringen. Noch größer war Peddles
Vorsprung gegenüber IBM bei der Belieferung des europäischen
Marktes. Der britische Distributor ACT vermarktete seinen Victor
9000 ab 1982 unter der Bezeichnung Sirius I in Europa, erst ein
eineinhalb Jahre später konnte IBM seinen PC nach Europa liefern.
Somit war der Sirius 1 der erste preiswerte 16-Bit-Microcomputer,
der in großer Auflage produziert wurde und in der Fachwelt
große Beachtung fand.
Der Sirius 1 war nur sehr eingeschränkt zum
IBM PC kompatibel, die tatsächlich vorhandene Kompatibilität
war eher zufällig und beruhte auf dem Umstand der identischen
Intel 8088 CPU (mit 4 MHz getaktet statt 4.77 MHz beim IBM) sowie
einer speziell angepaßten Version des Betriebssystems MS-DOS
(Version 1.25). Damit hörten die Gemeinsamkeiten jedoch auf,
der Sirius 1 bot in vieler Hinsicht mehr als der IBM PC. Als erstes
wäre der dreh- und kippbare Monitor mit mattschwarzer, entspiegelter
Bildröhre und grafikfähig bis zur Auflösung 800 x
400 zu nennen. Der IBM war nur für Textdarstellung ausgelegt.
Zudem besaß der Sirius 1 bereits Soundfähigkeiten, sogar
Sprachausgabe war möglich. Sein(e) Diskettenlaufwerk(e) konnten
300 KB (kurz später sogar 600KB) speichern, die des IBM PC
nur 160 KB. Ab Werk besaß der Sirius 1 bereits 128 KB Hauptspeicher,
der IBM wurde mit der Hälfte ausgeliefert.
Trotz dieser technischen Überlegenheit verkaufte
sich der Sirius 1 in den USA nicht sehr gut, gegen den Namen IBM
war dort nichts auszurichten. Anders lag der Fall in Europa, wo
sich IBM mit der Markteinführung Zeit ließ. Hier konnte
der Distributor ACT sehr viel höhere Stückzahlen des Sirius
1 absetzen.
Doch IBM erkannte die Mängel und besserte
bald nach. Im März 1983 brachten sie den aufgewerteten PC XT,
mit mehr Hauptspeicher und Diskettenlaufwerken mit höherer
Kapazität (360 KB). Der Absatz des Sirius brach bald ein, auch
in Europa. Sirius, mittlerweile in "Victor Technologies"
umbenannt, entließ im gleichen Jahr 600 Angestellte wieder,
die man erst ein halbes Jahr zuvor neu angestellt hatte. Im Januar
1984 mußte Victor Technologies für 28 Millionen US$ an
die Stockholmer Firma Datatronic AB verkauft werden. Datatronic
war übrigens erfolgreicher Distributor für Commodore Computer
in Europa.
Ermutigt vom Erfolg des Sirius eröffnete der
europäische Distributor ACT in Schottland seine eigene PC Fabrik
und brachte 1983 eine eigene PC-Reihe mit Namen Apricot auf den
Markt, die teilweise auf der Technik des Sirius 1 basierte. Erwähnenswert
ist, das der Apricot F1 als erster PC überhaupt standardmäßig
das 3,5" Diskettenlaufwerk von Sony eingebaut hatte.
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