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Letzte Aktualisierung:
05-Jul-2016
... über MS/PC-DOS


Top Die Vorgeschichte

Um 1980 gab es nur ein verbreitetes Betriebssystem für Mikrocomputer: das bereits 1974 von Gary Kildall (der spätere Gründer von Digital Research) entwickelte CP/M 80. CP/M lief auf 8-Bit Mikroprozessoren wie dem Intel 8080 (z.B. ALTAIR, IMSAI) und später auf den Z80 CPU's der Fa. Zilog (z.B. Osborne, Kaypro). Auch für so verbreitete Homecomputer wie dem CPC von Amstrad oder dem C128 von Commodore, die Mitte der 80iger Jahre auf den Markt kamen, gab es Anpassungen von CP/M (s.a. Wissenswertes über CP/M).

Microsoft, 1980 eine kleine Firma mit ca. 40 Angestellten, hatte bereits 1975 die Programmiersprache Basic für den Minicomputerbausatz Altair der Firma MITS entworfen und später auch Compiler für Fortran und Cobol entwickelt. Die Firma vertrieb zwar seit 1979 eine von AT&T lizensierte UNIX-Variante namens XENIX (angepasst an 16 Bit Mikrocomputer), hatte aber ansonsten kein eigenentwickeltes Betriebssystem im Programm.

Mit der Einführung des 8086 von Intel stand seit 1978 ein 16-Bit-Prozessor zur Verfügung (die erste CPU einer langen x86 Linie). Doch dieser (wie andere 16-Bit CPU's, z.B. von Motorola oder TI) fristete ein "Mauerblümchendasein". In den ersten Homecomputern, die in der Zeit zwischen 1975 und 1980 auf den Markt kamen, wurden praktisch nur 8-Bit CPU's wie der Intel 8080, der MOS 6502 oder der Zilog Z80 verbaut.

Tim Paterson, ein Allround-Genie bei der US-Firma Seattle Computer Products (SCP), entwickelte bereits 1979 ein 8086-CPU-Board für den S-100 Bus (Altair, IMSAI, Northstar...) und auch einen 8086-Assembler. Das Paket kostete damals 600 US-Dollar. Auch Microsoft's Basic wurde auf diese Hardware umgesetzt - mit Patersons Hilfe. So wurde es denn auch - wenig erfolgreich - vermarktet. Im gleichen Jahr fing Digital Research an, CP/M 86 für dieses Board bzw. den Intel 8086 zu anzupassen. Weil sich die Fertigstellung dieser CP/M Version ständig verzögerte, entwickelte Paterson bei SCP ein eigenes 16-Bit-Betriebssystem mit dem Namen QDOS, das später in 86-DOS umgetauft wurde.

Die nachfolgende Geschichte wird in mehreren Varianten erzählt.
Meine Buch- und Internet-Recherchen haben folgenden Ablauf ergeben:

Top IBM plant den PC
IBM plante 1980, in das PC-Geschäft einzusteigen (s.a. Wissenwertes über den IBM-PC). Mehrere Quellen behaupten, das ein IBM Manager zu dieser Zeit Kontakt mit Bill Gates Mutter Mary hatte. Das könnte die Erklärung dafür sein, das man im IBM Management zum Entschluß kam, mit Bill Gates einen der vielen "jungen Wilden" über die Ausstattungsmerkmale eines modernen IBM PC's zu befragen. Bill Gates schlug IBM vor, mit dem Intel 8086 eine leistungsfähige 16Bit CPU zu verwenden und sich damit einen technologischen Vorsprung gegenüber den vielen 8-Bit-Mitbewerbern auf dem heissumkämpften PC-Markt zu verschaffen. Microsoft könnte bereits ein angepasstes ROM Basic dafür liefern, zudem Compiler für andere Sprachen wie Fortran, Pascal und Cobol. Aber man benötigte ein Betriebssystem, und das gab es zu diesem Zeitpunkt für 16-Bit CPU's noch nicht. Zum Betrieb unter Unix war der Intel 8086 aufgrund mangelnder Power und der fehlenden Trennung von User- und Kernel-Mode nicht geeignet. Zeit zu einer völligen Neuentwicklung ließ IBM nicht, die gesetzten Fristen waren sehr knapp. Abgesehen davon fehlte Microsoft jegliche Erfahrung mit der Konzeption eines modernen PC-Betriebsystems. Daher empfohl Bill Gates IBM, mit Digital Research Kontakt aufzunehmen, dem damaligen Marktführer für Mikrocomputer-Betriebssysteme. DR hätte mit dem in der Entwicklung befindlichen CP/M 86 kurzfristig ein brauchbares 16-Bit Diskettenbetriebssystem anbieten können. Über die Gründe, warum keine Übereinkunft zwischen den beiden Firmen zustande kam, gibt es viele Gerüchte. Die am öftesten erzählte Version (Legende?) besagt, das Gary Kildall (CEO von Digital Research) sich mit seinem Privatflugzeug vergnügte und seiner (durchaus kompetenten) Frau Dorothy McEwen die Verhandlungen überliess. Mit Sicherheit war das von IBM geforderte 'Non Disclosure Agreement' (Stillschweigeabkommen) ein Problem bei den Verhandlungen. Eine zusätzliche Zumutung dürfte für die extra angereisten IBM Manager zur damaligen Zeit auch die Verhandlungen mit einer Frau gewesen sein. Wie auch immer es gelaufen sein mag, man kam man jedenfalls zu keiner Einigung, und IBM wendete sich wieder an Microsoft.

Unter 'www.archive.org' findet sich ein Film über das Leben von Gary Kildall. Suchen Sie einfach nach dem Begriff 'Gary Kildall'. Darin werden Mitarbeiter Gary Kildall's u.a. auch zu den Verhandlungen mit IBM befragt.

Top IBM nimmt Microsoft ins Boot
Bill Gates hatte davon gehört, das Tim Paterson für die Hardwarefirma SCP (siehe oben) ein 8086 Board für den S-100 Bus und - des Wartens auf CP/M 86 müde - ein eigenes Betriebssystem namens QDOS (Quick and Dirty Operating System) entwickelt hatte. Unter dem Druck, den Auftrag von IBM zu erhalten, setzte Gates sich mit SCP in Verbindung und bot ihnen Vermarktung von QDOS an. Mit diesem Vertrag (er kostete MS ca. 10.000 US$) und dem für den 8086 entwickelten Betriebssystem im Koffer ging Gates zu IBM und bekam am 6.November 1980 tatsächlich den Auftrag. Ende des Jahres erhielt Microsoft den ersten PC- Prototypen - allerdings jetzt mit dem billigeren 8088-Prozessor (16-Bit-Datenbus intern, extern jedoch nur 8 Bit) - und begann unter Zeitdruck und strengsten Sicherheitsauflagen von IBM, Patersons 86-DOS (so hiess QDOS jetzt) an IBM's Hardware anzupassen. Dies war offensichtlich nicht ganz einfach, denn 1981 wechselte Paterson von SCP zu Microsoft, um dem MS-Team bei der Portierung zu helfen. Erst kurz vor der Auslieferung des IBM PC's, also ca. Juli 1981, kaufte Microsoft SCP die kompletten Rechte an 86-DOS für 50'000 US-Dollar ab. SCP und auch Paterson wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, für welchen Kunden MS das neue Betriebsystem entwickelte. Und auch nicht, welch vorteilhaften Vertrag Microsoft mit IBM geschlossen hatte: dieser beinhaltete u.a., das Microsoft an jeder Kopie des Betriebssystems mitverdienen sollte, das mit einem IBM-PC ausgeliefert werden würde. Ausserdem behielt Microsoft sich das Recht vor, sein DOS auch an andere Firmen zu linzensieren. Das IBM diese Bedingungen akzeptiert hat, kann nur damit erklärt werden, das man dem eigenen Produkt keine großen Marktchancen einräumte. Im Nachhinein betrachtet jedenfalls ist dieser Vertrag ein intelligenter, durchdachter und cleverer Schachzug von Bill Gates gewesen und begründet maßgeblich den heutigen Erfolg des Unternehmens.

 

Bei aller Kritik, die aufgrund der umstrittenen Geschäftspraktiken nunmehr seit Jahrzehnten über Microsoft und Bill Gates hereinprasselt: das unternehmerische Risiko, das der junge Microsoft-Boss damals auf sich genommen hat, ist enorm. Bill Gates muß damals klar gewesen sein: wenn er bei der Erstellung von DOS scheitert, könnte die übermächtige IBM die kleine, aber florierende Firma Microsoft mit Gerichtsprozessen überziehen. Vermutlich hätte Microsoft danach nie wieder einen Fuß auf den Boden gebracht.

Paterson hat in einigen Interviews klargestellt (u.a. Forbes), das sein 86-DOS nur durch Microsoft zu dem wurde, was es heute ist. Seattle Computer Products sei eine Hardware-Firma gewesen und kein Softwarehersteller. Von daher hätte es Sinn gemacht und wäre zum damaligen Zeitpunkt auch kein schlechtes Geschäft gewesen, 86-DOS für nur 50.000 US-Dollar an Microsoft zu verkaufen. Mit dem 86er-Board sowie dem zugehörigen QDOS war die Jahre zuvor kein Geld zu verdienen gewesen. Auch wehrt sich Paterson gegen die Vorwürfe, bei der Erstellung von 86-DOS CP/M 2.2 als Vorlage benutzt zu haben. In seiner Publikation "The Origins of DOS" behauptet er, das 86-DOS nur auf Befehlsebene CP/M ähnelt, nicht aber im Code. Vor allem die Dateisysteme seien sehr unterschiedlich. Zu dieser Thematik existiert im Internet auf der Unternehmensseite von Tim Paterson eine Beschreibung der Vorgänge.

Meine eigene Meinung dazu: ich bin selbst Softwareentwickler, hab auch schon fremden Binärcode disassembliert und weiß, das es sehr schwierig ist, in komplexem und noch dazu undokumentiertem Assembler-Quellcode die Zusammenhänge zu verstehen. Auch, weil man sich dazu in die "Denke" eines anderen Programmierers versetzen muß. Was noch viel mehr dagegen spricht, das Paterson irgendwas kopiert hat, ist seine mehrfach bewiesene Programmierbegabung. Selbst wenn man ihm unterstellen könnte, das er einige Grundstrukturen von CP/M übernommen hat, ein primitives "Kopieren" von ganzen Codeteilen hätte der Mann doch gar nicht nötig gehabt. Immerhin hat Paterson mit FAT12 ein neues Dateisystem für QDOS entwickelt. Die damaligen Anschuldigungen waren vielleicht auch nur ein (verzweifelter) Versuch von Digital Research, am Erfolg von DOS doch noch zu partizipieren. Spätestens in den Jahren 1983/1984, als der Verkaufserfolg des IBM PC (in Kombination mit IBM/Microsoft DOS) feststand, muss dem genialen Softwareentwickler Gary Kildall schließlich sein gigantischer kaufmännischer Fehler ja klargeworden sein. Die Grafik unten stammt von der Webseite der "University of Cambridge" und soll den DOS-Stammbaum darstellen. Ich will die Grafik zwar nicht weiter kommentieren, sie dem interessierten Leser aber auch nicht vorenthalten.

Top PC-DOS 1.0 kam im August 1981 zusammen mit dem IBM PC auf den Markt (s.a. Wissenwertes über den IBM-PC). Es war weitgehend kompatibel zu CP/M und identisch zu 86-DOS 1.14 von Seattle Computer Products. Lediglich das DOS-Dateisystem FAT12 war grundlegend neu und wird unter Windows, Linux und Apple auch heute noch für Disketten verwendet. DOS 1.0 bestand aus 4000 Zeilen reinem Assembler-Code und lief daher in einer Umgebung von nur 12 Kbyte (!). Einige fundamentale Programme, wie diskcopy, debug, edlin und format gibt es heute noch. Disketten im 5 1/4"-Format konnten nur einseitig mit 160 KBytes beschrieben werden. DOS verstand 22 Befehle. Um die Kompatibilität zum 8-Bit-Standard-CP/M zu gewährleisten wurden (u.a.) Dateinamen auf 8+3 Zeichen beschränkt und Laufwerke wurden mit Buchstaben bezeichnet (z.B. "A:"). Das Geniale daran war für Microsoft und IBM: bereits kurz nach der Einführung von DOS wurden jede Menge "Killer-Applications" (z.B. die CP/M Programme VisiCalc, Wordstar, dBase) dafür umgesetzt. Warum war die Umsetzungen in so kurzer Zeit möglich? Ganz einfach: der Portierungsaufwand für die Hersteller von CP/M Software auf PC-DOS war aufgrund weitgehender "Quellcode-Kompatibilität" gering. Zudem entwickelte Microsoft parallel auch für CP/M 86 einen Assembler und mehrere Compiler für die wichtigsten Programmiersprachen, da war eine fundierte (und vermutlich kostenlose) Beratung der umsetzungswilligen Softwareproduzenten leicht. Umgekehrt galt das übrigens nicht: spezielle für DOS entwickelte Programme (z.B. das spätere Lotus 1-2-3) konnten nicht so leicht auf CP/M 86 portiert werden. Auch von Microsoft war in dieser Hinsicht keine Unterstützung zu erwarten!

Es gibt nur eine Diskette, auf der - neben dem Betriebssystem - auch viele Basic-Beispiele enthalten sind. Der Aufdruck auf der Diskette (zweites Foto von links) ist kontrastschwach, die unterste kleingedruckte Zeile des Labels ist nicht zu erkennen. Dort steht: "Version 1.00 © Copyright IBM Corp. 1981. Licensed Material Program Property of IBM".

DOS 1.1 mit Handbuch und SchuberDOS 1.1 DisketteDOS 1.1 Diskette

Da bei "dir" noch kein "/w" Parameter zur mehrspaltigen Verzeichnisanzeige verfügbar ist, habe ich die Darstellung des Disketteninhalts auf drei Bildschirme verteilt. Auf der Diskette befinden sich 40 Dateien (inclusive der beiden unsichtbaren Bootdateien "ibmbio.com" und "ibmdos.com"). Von den 38 mit "dir" angezeigten Dateien sind nur 13 ausführbare Befelsdateien in Form von ("com" und "exe"). Dazu kommt die Programmiersprache Basic (zwei Dateien, "basic.com" und "basica.com"). Dieses Basic läuft übrigens nur auf einem originalen IBM PC, denn es benötigt zusätzlich das im ROM des PC gespeicherte Basic. Auf den meisten Clones stürzt es daher sang- und klanglos ab. Zudem sind 23 "bas"-Dateien (das sind die Basic-Beispiele) auf der Diskette, alles Programmierbeispiele. Zumindest auf der mir vorliegenden US-Version von DOS 1.0 existiert keine "autoexec.bat", denn der US-Tastaturtreiber ist automatisch aktiv, und internationale Tastasturtreiber sind nicht enthalten.

DOS 1.1 BildschirmDOS 1.1 BildschirmDOS 1.1 Bildschirm

Für Programmierer: nur ein primitives Speichermanagement wurde implementiert, genauer gesagt von CP/M übernommen: die Betriebssystem-Funktion "Exec" ermittelte vor dem Laden einer "com"-Datei die erste verfügbare Speicheradresse (die nächste freie Speicheradresse über dem resistenten Teil des "command.com") und belegt dann die folgenden 256 Bytes für den sogenannten PSP. Das "Program Segment Prefix" wird nur vom Betriebssystem genutzt und beinhaltet Informationen zum laufenden Programm. Dann lädt "exec" die eigentliche Programmdatei an die erste Speicheradresse direkt nach dem PSP-Bereich, legt eine Rücksprungadresse auf den Stack, initialisiert die CPU-Register und führt das Programm aus. Einen "Header" wie später bei den "exe"-Programmen gibt es bei den "com"-Programmen nicht, das erste Byte der "com" -Datei ist bereits Programmcode. Da Speicherallokierung noch nicht möglich ist, kann/muss ein "com"-Programm logischerweise sämtlichen im System verfügbaren Speicher benutzen, der aber durch den 8-Bit Datenbus auf nur 64K begrenzt ist. Bei 'com'-Programmen müssen also Programmcode und Datenspeicher innerhalb eines 64KB-Segments Platz finden. Diese Einschränkung haben die später von Microsoft eingeführten "exe" Programme nicht, sie können auch mehrere 64KB Speicherblöcke nutzen.


Von DOS 1.0 gab es noch eine interne Version 1.05. Diese wurde notwendig aufgrund eines mathematischen Fehlers, aber niemals offiziell von IBM herausgegeben.

 

Die Nachfolgeversion PC-DOS 1.1 war dann fehlerbereinigt, es unterstützte doppelseitige Disketten mit 320KBytes und einige Befehle wurden erweitert. Es war identisch zu 86-DOS 1.24. Die OEM-Version 1.25 (weitgehend identisch mit PC-DOS 1.1) wurde von Microsoft u.a. für die Firmen Zenith Data Systems (DOS 1.1 wurde bei Zenith auch als Z-DOS bezeichnet) und Sirius hergestellt. Dies war auch die erste Version, die nicht als PC-DOS, sondern als MS-DOS vermarktet wurde und auf anderer Hardware als der von IBM lief. 1982 konnte MS sein DOS bereits an über 50 Firmen lizensieren.

DOS 1.1 mit Handbuch und SchuberDOS 1.1 DisketteDOS 1.1 Bildschirm

Hinweise zur Installation von DOS 1.1 s.a. Die Installation von MS/PC-DOS

PC/MS-DOS war zu diesem Zeitpunkt - wie CP/M - im Grunde nur als Betriebssystem für Disketten-basierte Systeme zu gebrauchen, denn die - heute selbstverständliche - Unterstützung von Verzeichnissen fehlte noch. Die Organisation einer Harddisk mit mehreren darauf installierten Programme wäre schon aufgrund dieser fehlenden Ordnungsmöglichkeit sehr problematisch gewesen.

Top PC-DOS 2.0 (März 1983) wurde vollkommen neu geschrieben, nur wenige Bestandteile aus 86-DOS übernahmen die Entwickler auch in die neue Version. Da IBM im neuen PC-Modell 5160 (XT) eine 10 MB Festplatte einsetzen wollte, bot sich Microsoft die Gelegenheit, sich endgültig von CP/M abzusetzen. Zur besseren Organisation dieser Festplatte entwickelte man ein UNIX-ähnliches hierarchisches Dateisystem in DOS 2.0. Das Pfadtrennzeichen "Backslash" ("\") war geboren, Befehle wie "mkdir", "rmdir" und "chdir" (oder kurz "cd") wurden implementiert.

Den MS Programmierern blieb eigentlich nur das "\" Zeichen (Backslash). Das "/" Zeichen (Slash), das in Unix/Xenix als Verzeichnistrenner verwendet wird, ist in CP/M (und vorher in Tops10 von DEC) zur Argumentübergabe an Programme belegt. Diese Kompatibilität wollte man aber nicht verletzen. Der einfache Punkt (wie bei den DEC Betriebssystemen) wird für die Trennung von Dateiname und Dateierweiterungen benötigt. So wurde der auf der Tastatur nur über 2 Tasten erreichbare (ALT GR + ?) - und daher bis heute ungeliebte Backslash eingeführt. Obwohl sich z.B. Windows XP gar nicht mehr soviel aus dieser Regel macht: gehen Sie auf START->Ausführen und geben Sie mal "notepad c:/config.sys" ein. Der gleiche Test hätte unter den DOS basierten Systemen nicht funktioniert. Diese Betriebssysteme hätten alle nach einer Datei "/config.sys" gesucht. Trotzdem kann auch bei XP der Backslash nicht als Teil eines Verzeichnis- oder Dateinamens verwendet werden. Auch auf die Laufwerksbuchstaben ("A:, B: C: u.s.w.) hätte man bei der Entwicklung von DOS 2.0 zugunsten von "Volume:"- Bezeichnungen (wie bei Unix oder VMS) gerne verzichtet, aber das war aus Kompatibiltätsgründen zu DOS 1.x bereits nicht mehr möglich.

Erlaubte Sonderzeichen in DOS für Datei- und Verzeichnisnamen: ~ ! @ # $ % ^ & ( ) _ - { }
Nicht erlaubte Sonderzeichen in DOS für Datei- und Verzeichnisnamen:
*/ + | \ = ? [ ] ; : " . < > ,

Neu waren auch die installierbaren Gerätetreiber, die in einer Startdatei namens "config.sys" eingetragen werden konnten. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich der Code zum Ansprechen von Hardware ausschließlich im BIOS. Zudem baute Microsoft auf Wunsch von IBM das Drucken im Hintergrund ein. Auch werden jetzt doppelseitige Disketten im 180- und 360 KBytes Format unterstützt. Für PC-DOS 2.0 gab es bereits erste speicherresidente Programme, das bekannteste war wohl Sidekick von Borland. Durch die Einführung des hierarchischen Dateiensystems und den damit verbundenen Möglichkeiten zur Festplattenorganisation besass PC/MS-DOS 2.0 erstmals ein Feature, das der Konkurrent Digital Research mit seinem CP/M nicht bieten konnte.

DOS 2.0 mit Handbuch und SchuberDOS 2.0 DisketteDOS 2.0 Bildschirm DOS 2.0 Referenzkarte DOS-Befehle

Hinweise zur Installation von DOS 2.x s.a. Die Installation von MS/PC-DOS

Zudem kam 1983 Lotus mit seiner Tabellenkalkulation 1-2-3 auf dem Markt. Diese extrem leistungsfähige Tabellenkalkulation mit seinem modernen Bedienkonzept in Form einer einfachen Menüstruktur sowie Makros, Datenbank-Funktionen und Online-Hilfe erschien nur in einer Version für DOS, nicht für CP/M. Für viele Anwender ein k.o.-Kriterium für CP/M und eine erleichterte Kaufentscheidung für MS/PC-DOS.

Eine OEM-Version wurde speziell für Wang Computer hergestellt, eine andere OEM-Version (2.05) wurde mit der DEC Rainbow 100 ausgeliefert. Ein ganz spezielles Release, PC-DOS 2.1 wurde für den IBM PC jr. notwendig. Mit der MS-DOS 2.11 wurde die Internationalisierung des Betriebssystems (landesspezifische Zeichensätze) eingeführt, der IBM nicht zugestimmt hatte. Aber MS verkaufte MS-DOS 2.11 - auch ohne IBM's Zustimmung - als speziell angefertigte Versionen an Firmen wie z.B. Compaq, Tandon, NEC, Olivetti und Zenith. Mit der Version 2.1x gelang Microsoft erstmals ein stabiles und wenig absturzgefährdetes Release. So wurde DOS 2.1x für lange Zeit die Standard-Version für viele OEM's. Erst mit der Version 3.1 wurden die OEM-Lieferungen übrigens wieder zu 100 Prozent kompatibel zur IBM-Version. Für welche Hersteller die relativ unbekannte OEM-Version 2.25 hergestellt wurde konnte ich bisher nicht feststellen (evtl. für Sirius ?).

Um die Akzeptanz von DOS weiter zu steigern, produzierte IBM Software für den PC bzw. liess sie produzieren, vor allem von Microsoft. Viele Programme für CP/M konnten die Hersteller relativ leicht auf DOS umsetzen. Neben vielen Büchern kamen auch Lernprogramme für DOS auf den Markt, u.a. auch von IBM selbst:

Kleine Auswahl von Lernprogrammen für DOS von IBM

Jetzt reagierte auch Digital Research. Man erkannte den Verlust der Marktführerschaft bei PC-Betriebssystemen und prozessierte bis Mitte der 80er Jahre gegen IBM/Microsoft wegen Copyright-Verletzung. DR konnte identische Codeteile in CP/M sowie den ersten Versionen von MS/PC-DOS nachweisen. Angeblich hat IBM, nachdem sich im Verhandlungsverlauf der Verdacht erhärtete, das MS ihnen evtl. einen "Clone" verkauft hatte, immerhin 800000 US$ an DR überwiesen. Trotz einiger Beweise hatte DR vor Gericht keinen Erfolg. MS/PC-DOS unterschied sich nach Meinung der Richter doch zu weit von CP/M, um illegal zu sein.

 

Nachfolgend ein paar Bildschirmfotos vom legendären Lernprogramm "Professor DOS" der Firma NCR, ebenfalls ein DOS-Lizenznehmer:

NCR Professor DOSNCR Professor DOSNCR Professor DOSNCR Professor DOSNCR Professor DOSNCR Professor DOS

 

Top PC/MS-DOS 3.0 (August 1984) kam zusammen mit dem i286, der in den IBM AT eingebaut war. Die Version hatte Netzwerkfähigkeiten (File Sharing), die zunächst nur mit dem IBM-Network-Adapter liefen. Es gab nun eine Echtzeituhr (RTC). Man beachte: bereits seit MS-DOS 1.0 gab es den TimeStamp mit Jahrtausend-Byte. Die unterstützte Diskettenkapazität stieg auf 1.2 MByte. Eine Festplattenpartition konnte nun bis zu 32 MB groß sein.

DOS 3.0 mit Handbuch und SchuberDOS 2.0 DisketteDOS 3.0 Bildschirm

PC/MS-DOS 3.1 (November 1984) erhielt eine erweiterte Unterstützung von Netzwerken und Netzwerkkarten.
PC/MS-DOS 3.2 (April 1986) unterstützte 3,5" Laufwerke mit 720 KBytes Kapazität. Monate später erschien auch noch eine Zwischenversion in Form von MS-DOS 3.21.
PC/MS-DOS 3.3 (April 1987) enthielt Erweiterungen, die für die IBM PS/2 Linie notwendig wurden. Diese Version unterstützte 1.44MB Disketten und erlaubte Festplatten bis zu 32 MByte. Einige OEM's (z.B. Compaq) lieferten die mit eigenen Utilities (z.B. zur Verwaltung größerer Festplatten als 32 MB) aufgepeppte Version 3.31 aus. Übrigens, ein vollständiges MS/PC-DOS - natürlich ohne irgendwelche OEM-Erweiterungen - fand bis zur Version 3.3 auf einer einzigen Installationsdiskette mit 360K Platz.

Hinweise zur Installation von Compaq DOS 3.31 s.a. Die Installation von MS/PC-DOS

IBM DOS 3.1, 3.2, 3.3 in SchubernMS-DOS 3.3 in Microsoft-eigener Verpackung (OEM-Version)MS-DOS 3.3 in Microsoft-eigener Verpackung (OEM-Version)

Zu IBM PC-DOS 3.3 gab es eine separate Technische Referenz. Eine ähnliche separate Beschreibung der Programmierschnittstellen gab es direkt vom Hersteller für DOS 1.x und 2.x noch nicht. Dafür waren die Handbücher dieser Versionen umfassender, z.T. waren darin ähnliche Informationen wie in dieser "spezialisierten" Technischen Referenz enthalten. Programmierer jedenfalls finden darin hilfreiche Kapitel über Gerätetreiber, Bildschirm- und Tastaturkontrolle, DOS Interrupts sowie über Disketten- und Datei-Management.

MS-DOS 3.3 in Microsoft-eigener Verpackung (OEM-Version)

 

Ab ungefähr 1988 kann man von einer Dominanz von MS/PC-DOS im PC-Betriebssystem-Markt sprechen. Viele Hard- und Softwarehersteller richteten Ihre Produkte ausschliesslich auf Lauffähigkeit unter IBM Hardware bzw. MS/PC-DOS bzw. aus.

 

Top PC/MS-DOS 4.0 (November 1988) brachte die DOS-Shell (eine mausbedienbare, grafische Anwenderschnittstelle), EGA- und VGA-Unterstützung und Partitionen mit mehr als 32 MByte. Zudem wurde DOS mit dem Programm SELECT erstmals mit einer Installtionsroutine ausgestattet. Aufgrund einiger Fehler musste bald die Version 4.01 nachgeschoben werden.

IBM-DOS 4.0 und MS-DOS 4.01 (OEM-Version)´MS-DOS 4.01 Handbücher und DiskettenIBM-DOS 4.0 Handbücher und Disketten

Hinweise zur Installation von DOS 4 s.a. Die Installation von MS/PC-DOS

Bereits 1988 entwickelte Digital Research einen ersten DOS-Clone. DR-DOS 3.31 war jedoch nicht sehr erfolgreich. Ab 1989 jedoch kam mit der Version 3.41 ein echter Konkurrenten für Microsoft's DOS 4.0 auf den Markt. Es enthielt einige Features, die es von Funktionalität MS/PC-DOS überlegen machte. DR-DOS 3.41 konnte zwar keine DOS-Shell anbieten, war aber praktisch 100%ig kompatibel, unterstützte ebenfalls Festplattenpartitionen >32 MB und kannte bereits erweiterte Steueranweisung für die "Config.sys". Zudem gab es verzeichnisübergreifende Befehle wie "xdir" und "xdel" und - nicht ganz unwichtig - es war billiger. Viele OEM Hersteller (auch viele europäische wie Vobis und Escom) boten mit ihren Computern alternativ nun auch DR-DOS an (s.a. Die Installation von MS/PC-DOS).

 

Der Zeitpunkt der Einführung von DR-DOS markiert den Beginn eines Jahre dauernden Konkurrenzkampfes zwischen den jeweiligen DR- und MS/PC-DOS Versionen. Die Fachzeitschriften liebten die Vergleiche zwischen den beiden Betriebssystemen. Etwa mit Erscheinen von Windows 95 sollte der Wettbewerb langsam zugunsten von Microsoft enden, den das darunterliegende DOS spielte bei dieser Windows-Version nicht mehr die große Rolle wie bei den Windows 2.x und 3.x Versionen.

 

Digital Research DOS 3.41 original und als OEM Versionen

Hinweise zur Installation von DR DOS 3.41 s.a. Die Installation von MS/PC-DOS

Digital Research kam MS beim Versionssprung auf 5 zuvor, denn DR-DOS 5.0 erschien bereits 1990. Die Version 4 ließ DR einfach aus. Wie schon bei der Vorgängerversion achtete man bei DR auch dieses Mal darauf, neben 100%iger Kompatibilität ein paar Features einzubauen die Microsoft nicht hatte. Um zur DOS-Shell eine äquivalentes Softwareteil anbieten zu können, wurde der Dateimanager "ViewMax" mit einer stark an GEM erinnernden grafischem GUI entwickelt.

3 verschiedene OEM-Versionen von DR-DOS 5.0

Top PC/MS-DOS 5.0 (Juli 1991) unterstützte XMS- (Extended), EMS- (Expanded) und HMA-Speicher. Viele der neueren Computer wurden bereits mit mehr als 640KB Speicher ausgeliefert. DOS 5.0 kann jetzt zumindest in den bisher ungenutzten Bereich zwischen 640KB und 1024KB Gerätetreiber und speicherresistente Programme auslagern, um den wichtigen Speicher unter 640KB für Programme freizuhalten. Das alte GW-Basic wurde durch ein moderneres QBasic ersetzt, eine um den Compiler abgespeckte Version des erfolgreichen MS Quick Basic. Viele neue Befehle (z.B. setver, undelete, doskey, himem, help) werden eingeführt. 2.88MB Diskettenlaufwerke werden ünterstützt. Die MS-DOS Shell wurde verbessert. Die Entwicklung dauerte hier nochmals immerhin fast 3 Jahre. Ein Grund für diese lange Zeitspanne war, das MS mit 7000 Beta-Testern den in der Branche bislang größten Praxistest einer Software durchführte. MS-DOS 5.0 wurde erstmalig nicht nur über OEM's vertrieben, sondern auch über den Fachhandel und direkt von Microsoft selbst. Es war auch das erste DOS, das MS selbständig und nicht mehr in Zusammenarbeit mit IBM entwickelte (s.a. Die Installation von MS/PC-DOS).

Microsoft MS-DOS 5.0 und IBM PC-DOS 5.0

Hinweise zur Installation von PC/MS-DOS 5.0 s.a. Die Installation von MS/PC-DOS

DOS 5.0 war auch die erste DOS-Version, für die - zumindest von Microsoft - eine separate Update-Version erhältlich war. Eine installierte Vorgängerversion war notwendig, um das Update einspielen zu können. Bis zu diesem Zeitpunkt ein Novum in der Geschichte der PC-Betriebssysteme.

Ich werde oft auf den Unterschied zwischen PC-DOS und MS-DOS angesprochen. Im Prinzip gibt es keinen, zumindest bis zur Version 5. Programme, die für bzw. auf dem einen DOS entwickelt wurden, liefen auch auf dem anderen uneingeschränkt. Diese Aussage gilt allerdings nur für Microsoft und IBM, denn einige Computerhersteller gaben sich mit dem jeweiligen Technologiestand von DOS nicht zufrieden. Das am anspruchvollsten modifizierte und erweiterte DOS in dieser Zeitspanne war Compaq DOS 3.31. Auch Tandon modifizierte DOS massiv, als es die selbstentwickelten DataPac's (Wechselplatten) einführte. Nach der Version 5 drifteten MS- und PC-DOS langsam auseinander. IBM begann ab diesem Zeitpunkt übrigens auch, sein mittlerweile selbst weiterentwickeltes PC-DOS - in Konkurrenz zu Microsoft - direkt an andere Computerhersteller zu vermarkten.

 

Digital Research wird 1991 vom zu dieser Zeit sehr erfolgreichen Netzwerkspezialisten Novell übernommen. Diese entwickelten DR-DOS rasch weiter. 1992 erschien Novell DR-DOS 6.0 (Netware Lite-Support, DOS-Task-Switcher), ein Jahr später das netzwerk- und multitaskingfähige Novell DOS 7. Beide Version wiesen einen hohen Technologievorsprung gegenüber der aktuellen DOS Version auf. Trotzdem konnten sich DR-DOS keine höheren Marktanteile mehr erkämpfen, denn das Windows-Zeitalter hatte endgültig begonnen. Novell brachte später auch Versionen auf den Markt, die mit der "Lite"- Version ihrer Netzwerksoftware gekoppelt war und somit als Betriebssystem für kleinere P2P-Netzwerke verwendet werden konnte. 1993 verkaufte Novell alle Rechte an DR-DOS an die Firma Caldera, welches die Version 7.01 bereits als 'OpenDOS' weiter vermarktete. Für Privatanwender war es sogar kostenlos.

Hinweise zur Installation von Novell DOS 7 s.a. Die Installation von MS/PC-DOS

Top PC/MS-DOS 6.0 erschien im August 1993 und brachte Datenkomprimierung (Stac) sowie Abfragen in config.sys und Batchdateien. Zudem ist ein Virensuchprogramm, eine Backup-Software sowie 'memmaker' für die automatische Speicheroptimierung enthalten. Man munkelt, das Microsoft den Versionssprung auf 6 nur wegen der Konkurrenz (DR DOS war bereits auf 6) gemacht hat. 5.1 oder 5.5 wäre aufgrund der geringen Änderungen angebrachter gewesen. Trotzdem, innerhalb der ersten 40 Tage nach dem Erscheinen werden 1 Million Stück der Version 6 in Form von Updates und Neuverkäufen abgesetzt.

MS-DOS 6.0 im Karton und als OEM-Version zum neuen PC

 

An dieser Stelle soll bemerkt werden, das keine DOS Version mit einer Null hinter dem Versionspunkt stabil war. Auf 1.0 folgte schnell 1.1, auch das - für den IBM XT völlig neu geschriebene - DOS 2.0 hatte nur eine kurze Lebensdauer und wurde durch 2.1x ersetzt, das dann aber eine große Verbreitung finden sollte. Auf die Version 3.0 - die zusammen mit dem neuen IBM AT erschien - folgten 3.1, 3.2 und dann die sehr beliebte und ausgesprochen stabile Version 3.3. DOS 4.0 wurde durch die fehlerbereinigte Version 4.01 ersetzt, bei 5.0 reichte eine kleine Fehlerbereinigung in Form eines 5.0a. Die letzte offizielle Microsoft Version 6.0 musste wegen des fehlerhaften DoubleSpace durch 6.2 ersetzt werden.

 

MS-DOS 6.2 enthielt dann ein Utility (DoubleSpace) zur Datenkomprimierung, welches nach einem Rechtsstreit mit Stacker Electronics bei der Version 6.21 wieder entfernt werden mußte. Die letzte MS-DOS Version 6.22 wurde im Juni 1994 herausgegeben, jetzt mit eigener Datenkomprimierung. Damit die Benutzer der Versionen 6.0 bis 6.21 ebenfalls zu einer (legalen) Datenkomprimierung kamen, gab Microsoft ein sogenanntes "Step-Up" heraus.

MS-DOS 6.2, 6.22 und 6.22 Step-up im Karton

Hinweise zur Installation von Novell DOS 7 s.a. Die Installation von MS/PC-DOS

Ab der Version 6.0 trennten sich die übrigens Wege von IBM und MS endgültig. Daher hier eine Zusammenfassung der wichtigsten offiziellen DOS-Versionen und deren Neuerungen:

Version Jahr command.com in Bytes Eigenschaften
1.0 1981 4.959 Erste Version für den IBM PC. Benötigt 16K RAM, unterstützt einseitige 5.25" Diskettenlaufwerke mit 160K Kapazität.
1.1 1981 4.959 Fehlerbereinigte Version, unterstützt doppelseitige 5.25" Diskettenlaufwerke mit 320K Kapazität.
2.0 1983 17.792 Version für den IBM PC XT. Unterstützt Festplatten bis 15MB, Verzeichnisse werden eingeführt, Floppykapazität steigt auf 360K.
2.1 1983 17.792 Version für den IBM PC jr.
2.11 1983 17.792 Internationale Zeichensätze werden eingeführt
3.0 1984 22.042 Version für den IBM PC AT. HD-Floppy mit 1.2MB sowie Unterstützung von Festplatten bis 32MB
3.1 1984 23.210 Netzwerkunterstützung kommt hinzu
3.2 1984 23.612 Erweiterte Netzwerkunterstützung sowie Unterstützung von 3.5" Diskettenlaufwerke mit 720K.
3.3 1987 25.276 Version für den IBM's PS/2 Computer. Unterstützt das neue 3.5" 1.44MB Laufwerk.
4.0 1988 37.254 DOS Shell, Festplatten bis 2GB, XMS Speicherverwaltung.
5.0 1991 47.987 Nutzung des Spreichers zwischen 640K and 1024K (Loadhigh von DOS und TRS), QBasic, Disk Cache, undelete
6.0 1993 52.925 Windows Unterstützung, Defragmentierung, Kompression (Double Space), Backups, Antivirus, Memmaker etc.
6.2 1993 52.925 DoubleSpace-Anpassungen, Scandisk ersetzt chkdsk
6.21 1993 52.925 DoubleSpace wird nach Rechtsstreit mit Stac entfernt
6.22 1994 52.925 DoubleDisk von VertiSoft Systems ersetzt Double Space

IBM entwickelte von nun an DOS selbst weiter und brachte später noch die Versionen 6.1 (PCMCIA Unterstützung, PenDOS Erweiterung, RAMBoost), 6.3 und 7.0 auf den Markt.

IBM PC-DOS 6.1, 6.3 und 7.0

1994 erschien von der russischen Firma PhysTechSoft mit PTS-DOS 6.42 eine interessante DOS Variante. Komplett in Assembler geschrieben war es voll kompatibel, sehr schnell, sehr stabil und erreichte in etwa den Leistungsumfang von DOS 6.22. PTS-DOS ist bis heute als PTS-DOS 2000 erhältlich, sogar als 32-Bit Version.

MS-DOS stirbt einen langsamen Tod, denn auch in den Windows Versionen 95 (DOS 7.x), 98, 98SE und ME (alle DOS 8.x) ist es in vielen Bereichen von Windows-Systemen immer noch vorhanden. Selbst die Recovery Console von Windows 2000, einem reinen 32-Bit System, basiert noch auf MS-DOS. MS-DOS 7.1 ist Bestandteil von Windows 95 und die letzte Version von Microsoft, die sich eigenständig installieren lässt. Wegen der Unterstützung von FAT32 Partitionen findet sie vereinzelt noch Anwendung. Es gibt sie als CD-Installation mit vielen Tools, u.a. mit sehr gutem MP3-Player, einem Picture Viewer und grafischen Dateimanager. IBM (PC DOS 2000) und viele kleine Softwarehersteller wie z.B. Caldera haben noch weiterentwickelte Y2K- und eurofeste Versionen dieses Betriebssystems im Programm.


Copyright @ 2004-2011 Wolfgang Kainz-Huber

Der Autor hat zwar im Rahmen seiner Möglichkeiten sorgfältig recherchiert, kann aber keine Verantwortung für die Richtigkeit der Angaben übernehmen.

Quellen: Die Microsoft Story, Daniel Ichbiah, ISBN 3-593-34806-3
Die Microsoft Akte, Wendy Goldmann Rohm, ISBN 3-612-26672-1