| Vorwort:
1. Windows ist nicht bereits als das auf die Welt
gekommen, was es heute ist. Dieses weltweite "Fast-Monopol"
auf dem kommerziellen OS-Markt ist erst im Laufe der Zeit und durch
überaus geschicktes Marketing entstanden. Die meisten der heute
15-20 Jährigen Computerbenutzer haben überhaupt erst Windows
95 kennengelernt.
2. Einen großen Teil seiner bisherigen Existenz
hat Windows nicht als Betriebssystem, sondern als grafische Benutzeroberfläche
(GUI) auf der Grundlage von MS-DOS verbracht. Erst 8 Jahre nach
der ersten Version, also im Jahre 1993, erblickte ein neues Familienmitglied
mit der Bezeichnung "Windows NT" das Licht der Welt.
Noch weitgehend kompatibel mit OS/2 1.3 - einer früheren
Entwicklung von Microsoft noch mit IBM zusammen - basiert es
grundlegend auf 32-Bit und auf einer durchgängigen grafischen
Benutzerführung.
Die Installation von NT ist auch ohne ein bereits vorhandenes DOS möglich.
Aus diesen Gründen kann erst NT als erstes
(Windows-) Betriebssystem bezeichnet werden. Windows NT (oder OS/2,
wie man's lieber sieht) ist der wahre Urvater unseres heutigen
Windows XP, nicht Windows 1.x bis 3.x, 95, 98 oder ME (s.a. Grafik
ganz unten).
3. Natürlich ist mir klar, das noch jede
Menge Anwender Windows 95 oder Windows NT 4.0 auf ihrem Rechner
benutzen und von daher diese Software noch nicht direkt historisch
ist. An dieser Stelle sollen jedoch alle bereits ausgelaufenen
Windows-Versionen aufgelistet werden, und bald wird auch XP hier
auftauchen. Es werden alle Pakete dargestellt, die speziell von
Microsoft als Ergänzung für Windows entwickelt oder
als Paket zusammen mit Windows verkauft wurden.
4. Die Grundlage für die nachfolgenden Abbildungen
sind die eingescannten Originalkartons der Software. Diese können
noch in Folie eingeschweißt sein oder sich auch in abgenutzten
Zustand befinden, beides wirkt sich negativ auf die Qualität
der Abbildungen aus. In jedem Fall ist alles, was abgebildet ist,
auch in der Sammlung vorhanden.
Die Vorgeschichte
Bereits Ende 1982 nahm Microsoft das Projekt "Interface Manager"
für den IBM PC in Angriff, mit dem Ziel, eine Grundlage für
grafische Anwendungen zu schaffen. Ob letztendlich Apple mit seiner
Lisa, Xerox (mit seiner frühen GUI "PARC") oder das
auf der Comdex 1982 vorgestellte VisiOn der Fa. VisiCorp (bei deren
Produktpräsentation saß Bill Gates nachweislich im Zuschauerraum)
für Microsoft der Grund war, die Entwicklung einer eigenen
GUI einzuleiten, wird sich wohl nicht mehr klären lassen. Jedenfalls,
der "Interface Manager" sollte endlich ein einheitliches
Erscheinungsbild der Programme gewährleisten und den Anwender
davon befreien, für jedes einzelne Programm Drucker und Bildschirmauflösung
einrichten zu müssen. Ein Team von 20 Programmierern fing mit
der Entwicklung an und arbeitete praktisch Tag und Nacht, das Projekt
hatte oberste Priorität. Auch andere Firmen wie Quarterdeck
(DESQview), Digital Research (GEM) und IBM (TopView) bastelten an
ähnlichen Projekten. Apple lieferte seine GUI seit Ende 1983
zusammen mit der legendären Lisa bereits aus. Als im Oktober
1983 auch VisiCorp mit der Auslieferung von VisiOn begann, beeilte
man sich bei MS, einen weiteren verbindlichen (oder eher strategischen?)
Auslieferungstermin für das inzwischen umgetaufte "Microsoft
Windows" bekannt zu geben. Etwas voreilig, wie sich bald herausstellte.
Im Oktober 1984 mußte Microsoft - jetzt unter großem
Imageverlust - die Freigabe endgültig auf Mitte 1985 verschieben.
Doch Bill Gates hatte vorgesorgt und frühzeitig eine stattliche
Anzahl von namhaften Firmen um sich gesammelt, die sein zukünftiges
"Windows" unterstützten: u.a. Compaq, TI, HP, Tandy,
Zenith und DEC. Ab Anfang 1985 stellte auch Digital Research sein
GEM fertig und begann mit der Auslieferung. Doch wie vorher der
VisiCorp gelang es auch Digital Research nicht, namhafte Software-Hersteller
davon zu überzeugen, Anwendungen auf Basis ihrer GUI zu entwickeln.
Nur wenige der großen Hardware-Hersteller (u.a. Commodore,
Atari, Amstrad und TI) waren des Wartens auf Windows müde und
liefen zu GEM über.
Windows 1.0x
Nach 110 000 Programmierstunden war es Juni 1985 dann endlich da.
Die Pressemitteilung lautete: "Microsoft liefert Windows".
Es wurden zuerst aber lediglich Testversionen an Computerhersteller
und die Fachpresse ausgeliefert. Und weil auf der Welt nicht nur
Visionäre herumlaufen, sondern auch ein paar verfluchte Praktiker,
wurde in so mancher Fachzeitschrift die Gretchenfrage gestellt:
für was soll Windows eigentlich gut sein?
Nicht ganz unberechtigt, denn echte Programme
für Windows 1.0x waren zunächst nicht verfügbar, außer
den im Lieferumfang enthaltenen "Write" und "Paint".
Der einzige echte Vorteil war die Möglichkeit, mehrere MS-DOS-Anwendungen
starten zu können und zwischen ihnen hin- und herzuschalten.
Windows war in dieser ersten Version noch nicht in der Lage, mehrere
Tasks gleichzeitig auszuführen. Nur die aktive Anwendung lief
wirklich, die Anwendungen im Hintergrund wurden angehalten. Und
Windows war langsam, ein Rechner der AT-Klasse mußte es schon
sein. Ein Farbmonitor mit EGA-Karte war empfehlenswert. Wegen dieser
für damalige Verhältnisse hohen Hardwareansprüche
und den fehlenden Windows-Programmen lief der Absatz sehr stockend
an.
Hier Steve Ballmer in einem Werbefilm und in seiner
unnachahmlichen, leicht verrückten Art, Software zu präsentieren
(Quelle www.youtube.com)
Die Neuentwicklung für bzw. die Umsetzung
bestehender zeichenorientierter Programme auf das grafische Windows-GUI
war schwierig. Zur Unterstützung der Entwickler gab es ein
sogenanntes Windows-SDK:

Ob es ein Windows 1.00 jemals gegeben hat, kann ich nicht bestätigen, ich habe noch keine derartige Version gesehen. Vermutlich war die Version 1.01 die erste Version, die ausgeliefert wurde. Mit der Version 1.02 wurde Windows internationalisiert,
unterstützte mehr Hardware und Adobe's Postscript. Auch hier ist nicht klar, ob diese Version nur in Europa erschienen ist. Für die
Version 1.03 (erschien Ende 1986) wurde lediglich noch Unterstützung
für die damals bei großen US-Firmen sehr verbreiteten
AT&T-PC's sowie ein paar zusätzliche Schriftarten und
Gerätetreiber
eingebaut. Noch im Frühjahr 1987 - also nur ein halbes Jahr
vor Erscheinen von Windows 2.0 - wurde eine an die neue IBM PS/2
PC-Familie angepasste Version 1.04 herausgegeben.
| Wenn man die deutschsprachigen
Computerzeitschriften der Jahre 1986 und 1987 (Chip, Computer
persönlich, mc)
durchforstet, dann fällt auf, das man wenig Werbung für
Windows 1.x darin findet. Zudem gab es anfangs sehr wenig
spezielle Windows-Software. Natürlich findet man fast
in jeder Zeitschrift wenigstens einen Testbericht von Windows
1.x. Eines der ersten speziellen Programme für Windows 1 ist
"In-a-Vision" von
Micrografx (später
"Designer"). Erst ab Mitte 1986 tauchen dann
weitere spezielle Windows-Entwicklungen auf. Was hat Microsoft's
grafische Benutzeroberfläche
damals gekostet? Auch das war schwierig festzustellen, denn
es gab nicht viele Softwarehändler, die in Zeitschriften
inserierten und noch weniger solche, die Windows 1.x anboten.
Nachfolgend zwei Anzeigen aus der Zeitschrift Chip:
 
Für die ganz jungen
Leser: die Preise sind in DM. Im zweiten Angebot rechts von
1987 wird Windows schon um 60 DM billiger angeboten. Die erste
Firma, die in Deutschland, die einen PC (PC compact) neben
dem obligatorischen DOS auch mit Windows auslieferte, war
der holländische PC-Hersteller Tulip. |
Windows 2.0
Da der Erfolg bei Windows ausblieb und viele Programmierkapazitäten
durch die OS/2 Entwicklung (die MS damals zusammen mit IBM betrieb)
gebunden waren, verlor Windows bei Microsoft seine Prioräten.
Nur noch wenige Entwickler beschäftigten sich mit dessen Weiterentwicklung.
Das erklärt, warum Windows 2.0 erst im Herbst 1987 auf den
Markt kam. Die Neuerungen waren jedoch umfassend: überlappende
und in der Größe veränderbare Fenstern, VGA-Grafik
Unterstützung, Pif-Dateien und Icons für Programme und
Dateien. Damit Programme untereinander Daten austauschen konnten,
wurde DDE (Dynamic Data Exchange) eingeführt.
 
Prompt fielen Apple Ähnlichkeiten zur
eigenen (zweifellos genialen) Benutzeroberfläche auf, die bis
zu diesem Zeitpunkt als GUI-Standard galt. Obwohl ein Vertrag zwischen
Apple und MS bzgl. der Nutzung von überlappenden Fenster und
der Pull-Down Menüs in Windows bestand, war Apple der Meinung,
Microsoft hätte mehr übernommen als vertraglich vereinbart.
Die damalige Reaktion von Apple wird verständlicher in Anbetracht
der Tatsache, das die Akzeptanz für Windows mit der zunehmenden
Anzahl von Applikationen wuchs, was für Apple natürlich
eine direkte Konkurrenz bedeutete. Konkurrenz zum einen, weil jetzt
mit Windows ausgestattete Rechner von der Bedienerfreundlichkeit
her den Mac's recht nahe kamen. Zum anderen, weil viele Softwarehersteller,
die bis dato ausschließlich grafische Produkte für den
Mac herstellten, diese nun auf Windows portieren wollten und dadurch
die Anzahl der für Windows verfügbaren Software stieg.
Es kam zu einem langwierigen Rechtsstreit, der bis 1992 dauern sollte.
Was war 1989 bereits an leistungsfähigen
Programmen für Windows auf dem Markt (u.a.):
Macrografx In-a-Vision (1985, Vektorgrafikprogramm)
PC Paintbrush (1988, Malprogramm)
Omnis Quartz (1989, Datenbank, Entwicklungssystem)
Gupta SQL Windows (1988, Datenbank, Entwicklungssystem)
Microsoft Excel (1987, Tabellenkalulation)
Aldus Pagemaker (1987, DTP)
Actor (1988, Objektorientierte Entwicklungsumgebung)
Samna Ami Pro (1989, Textverarbeitung)
Siemens Comfotext (1987, Textverarbeitung)
Windows Draw (1987, Zeichenprogramm)
Windows Designer (1987, Zeichenprogramm)
sowie natürlich das Windows SDK
von Microsoft zur Erstellung von Windows Programmen. Dennoch
liefen die weitaus meisten Programme noch zeichenorientiert
unter DOS. Man muss bedenken, das zu dieser Zeit die meisten
PC's noch auf einer 8088 und 80286 CPU basierten. Farbmonitore
wurden nur mit teureren High-End PC's standardmäßig
ausgeliefert. Viele DOS Programme waren 1989 auch ohne GUI
bereits "mausbedienbar", der Verbreitungsgrad dieses
Eingabemediums stieg daher stark an. Leistungsfähige
Grafikkarten waren jedoch noch enorm teuer. Die weitaus meiste
Software mit grafischer Benutzeroberfläche wurde immer
noch für den Apple MacIntosh entwickelt (verständlich,
da gab's nämlich keine Alternative). |
Nachdem Compaq
es Ende 1988 geschafft hatte, den Modelltyp "Deskpro"
mit dem brandneuen Intel 80386 Prozessor vorzustellen (Urversion
mit 16MHz), bevor IBM das "Original" auf den Markt bringen
konnte, veröffentlichte MS zusammen mit Windows 2.0 auch ein
auf diesen Prozessor zugeschnittenes Windows/386. Ein wichtiges
Feature dieser speziellen Windows Variante - die Emulation mehrerer
virtueller DOS Maschinen - wurde erst durch die besonderen Eigenschaften
des 80386 möglich. Sie ermöglichten die Einführung
des sogenannten "Pre-Emptiven Multitasking", wodurch Windows/386
jetzt in der Lage war, bei mehreren gleichzeitig gestarteten Tasks
auch die im Hintergrund befindlichen weiter laufen zu lassen.
Das normale Windows gab's natürlich weiterhin. Um wieder zu
einer einheitlichen Namensgebung zu kommen, wurde die Nachfolgeversion
2.1, die ein halbes Jahr nach Erscheinen von Windows/386 auf den
Markt kam, mit Windows/286 bezeichnet. Zum Verständnis: es gab
also jetzt zwei Windows 2.1 Varianten am Markt: Windows/386 (für
Rechner ab Intel 80386) sowie Windows/286 (für XT's und
AT's).
   
Nachfolgend passende Prospekte von
Microsoft (pdf, 1,50MB, 1,29MB):

Ein ungewöhnlicher Werbefilm für
Windows/386 (Quelle www.youtube.com)
| Auch für Windows 2.x bzw. 286/386
wurde von Microsoft - zumindest in den damaligen deutschen Fachzeitschriften,
die mir zur Verfügung stehen - keine Werbung geschaltet.
Doch aufgrund des inzwischen reichhalterigeren Softwareangebotes
und der im Durchschnitt gestiegenen Rechnerleistung wurde es
für Softwarehändler lukrativer, Windows-basierte Software
und Windows selbst anzubieten. Viele der zu dieser Zeit aus
dem Boden sprießenden Software-Discounter inserierten
inzwischen in Zeitschriften, ein Preis für Windows 2.0/286/386
ist daher leichter zu finden als noch für Windows 1.x.
Nachfolgend eine Anzeige aus der Zeitschrift Computer persönlich
(1989):

Für die ganz jungen
Leser: die Preise sind in DM. Beachten Sie bitte auch die
viel umfangreicheren Programmangebote für die Benutzeroberfläche
GEM (Digital Research), die damals in vielen Vergleichstest
mit Windows konkurrierte. |
Windows 3.0
Der Mangel an Applikationen für Windows war mit dem Erscheinen
der Version 3.0 im Mai 1990 schlagartig kein Problem mehr. Neue
Büroanwendungen schossen plötzlich wie Pilze aus dem Boden,
denn das neue Windows war schneller, farbiger, plastischer (dank
3D-Look) und stabiler. Die Unterstützung des "Protected
Mode" (ab 80286) war enthalten, wodurch nun 16MB adressiert
werden konnten. Microsoft maß seiner GUI nun wieder mehr Bedeutung
zu und stellte 3 Millionen Dollar die Eröffnungsgala von Windows
3.0 zur Verfügung. Die Fachpresse beurteilte die neue Version
überwiegend positiv. Das war er, der von MS lange erhoffte
Durchbruch, finanziell und technologisch. Sonstige Erweiterungen
gegenüber der Version 2.x: Farbunterstützung von mehr
als 16 Farben, Netzwerkfähigkeiten, Auftrennung der Hauptfenster
in einen Programm Manager (zum einfachen Ausführen der Programme
über Symbole) und den Datei Manager (Kopieren, Löschen
von Dateien etc.). Zudem wird ein verbessertes Speichermanagement
eingeführt.
 
Im Windschatten des neuen und
erfolgreichen Windows können sich zudem die MS-eigenen
Programme Word und Excel zu Marktführern emporschwingen,
gegen etablierte Konkurrenz wie Lotus, Wordperfect und MicroPro.
Und das eigentlich nur, weil sie (notgedrungen) frühzeitig
auf Windows 3.0 umgesetzt wurden, um gleichzeitig profesionelle
Standardsoftware anbieten zu können und so die Akzeptanz
der neuen Version zu steigern. Bei Microsoft hatte man erkannt,
das die Zeit für
grafische Benutzeroberflächen
jetzt reif war. Leistungsfähige Hardware, VGA Grafikkarten
und entsprechende farbfähige Monitore entwickelten
sich zum Standard. Festplatten und RAM verbilligten sich,
die 486'er CPU etablierte sich gerade. Die PC-Anwender erkannten
diesen Leistungsüberschuß und forderten jetzt
grafische, mausbasierte Programme, WYSIWYG ("what you see" (am
Bildschirm) "is what you get" (auf dem Drucker)) wurde
zum geflügelten
Wort in den Fachzeitschriften. Dieser Forderung kam Microsoft
nach.
Das Prospekt von Microsoft (pdf,
1,84MB):

Damit schnell Programme für das
schöne, neue Windows auf den Markt kamen, mußte den Anwendungsentwicklern
ein passendes Werkzeug zur Verfügung gestellt werden. Dies
wurde über das aufwändige, aber nicht gerade billige Windows
"Software Development Kit", kurz SDK, abgedeckt. Das SDK
wurde zum Standard-Tool für die Windows Entwickler-Gemeinde.
Optimal dazu passend natürlich die C Compiler 5.x oder 6.x
von Microsoft. Kommerziell vertriebene SDK gab's natürlich
auch bereits für Windows 1.x und 2.x, aber bei Weitem nicht
so ausgefeilt. Dies war übrigens das letzte als eigenständiges
Produkt vermarktete Windows SDK. Später in den 32-Bit Umgebungen
(ab Windows NT 3.1 bzw. Windows 95) war das SDK integraler Bestandteil
der jeweiligen Entwicklungsumgebungen. Ein erstes 32-Bit SDK (für
das Win32s-Subsystem) existierte übrigens bereits für
Windows 3.1x und war kostenlos von MS erhältlich. Um 32 Bit
Programme unter diesen 16-Bit Windows Umgebungen zu betreiben, musste
Win32s Subsystem extra installiert werden.

Relativ schnell bemerkte man auch
bei Microsoft, das Windows 3.0 Raum für viele Zusatzprodukte
bot. Neben den Standard-Büranwendungen (Excel, Word) wollte
man zumindest am Markt der vielen kleinen Erweiterungen und
Spielen selbst partizipieren. So kam das erste "Entertainment
Pack"
auf den Markt, das u.a. weitere Spiele (u.a. Golf, Taipei, Minesweeper)
enthielt. Ebenso gab's das "Productivity Pack". Dieses Zusatzpaket
enthielt hauptsächlich Lernprogramme, die einen produktiveren
Umgang mit Windows 3.0 emöglichen sollten.
   
Die Microsoft Maus gab's ja schon
seit 1983, also bevor Windows oder eine andere GUI für den
PC mit größerem Verbreitungsgrad auf dem Markt war (VisiOn
von VisiCorp. gab's seit 1982). 1990 versuchte MS, das erfolgreiche
Windows mit der Maus zu "bundeln" und dadurch auch den
Absatz der eigenen Hardware anzukurbeln. Und es funktionierte!

Eine weitere, relativ unbekannte Zwischenversion
von Windows 3.0 ist das sogenannte "Windows 3.0a with Multimedia
Extensions". Diese Version wurde jedoch nie offiziell als eigenständiges
Produkt verkauft. Lediglich OEM's lieferten diese Version zusammen
mit Ihren Rechnern aus. Es waren Erweiterungen für CD-ROM Laufwerke
und Soundkarten enthalten, die erst in Windows 3.1 zum Standardumfang
von Windows gehören sollten.
Windows 3.1
Nach diesem Erfolg setzte MS 1992 die noch schnellere Version 3.1
drauf. Zudem war dieses Windows auch noch etwas stabiler als Windows
3.0. Mit dieser Version beendete Microsoft die Frage, ob IBM's OS/2
vielleicht doch noch die Oberhand gewinnen könnte. Erweiterungen
gegenüber der Version 3.0: Object Linking and Embedding (OLE),
Multimedia Erweiterungen, TrueType Schriften, verbesserte Fehlerbehandlung
und ein neu konzipierter "Datei-Manager". Die Anzahl der
Windows-Installationen sollte dadurch auf über 11 Millionen
steigen.
   
Umsteigewilligen Windows-Anwender
offerierte man ein Update auf die Version 3.1. Vorausetzung war
ein installiertes Windows 2.x oder 3.x. Ein fehlerkorrigiertes Zwischenupdate
in Form von Windows 3.11 (nicht verwechseln mit Windows für
Workgroups 3.11!) war kostenlos verfügbar und konnte auch von
Microsoft FTP-Seite heruntergeladen werden. Still und leise ersetzte
diese Version Windows 3.1 bei den OEM-Lieferungen. Äusserlich
war die Version nicht erkennbar, denn die Verpackung entsprach der
Version 3.1. Microsoft machte sich für dieses kleine Update
auch nicht nicht nicht die Mühe, die üblichen weissen
Aufkleber auf den Packungen zu ändern. Lediglich auf den Diskettenetiketten
und - nach der Installation - in der Info-Anzeige der Programm-Managers
war die Version für den normalen Anwender identifizierbar.

Für zusätzliche True-Type
Font's gab es bald eine große Nachfrage, die oft von Drittherstellern
befriedigt werden musste. Auch Microsoft erkannte den Markt und
brachte im gleichen Jahr ein Schriftenpaket für Windows 3.1
heraus:
 
Ein seltenes Windows-Hardware-Bundle
dürfte das nachfolgende sein: Windows 3.1 mit der Microsoft
BallPoint Maus! Die Maus wird seitlich an der Tastatur oder am Laptop
befestigt und eigentlich wie ein Trackball gesteuert.

Auch für Windows 3.1 (und WfW
3.11) wurde wieder das erfolgreiche Entertainment Pack herausgegeben.
Diesmal sogar zweifach: "Entertainment Pack
II" und "Entertainment Pack III". Auf beiden war
wieder die erprobte Spielemischung enthalten. Die letzten Versionen
übrigens, die Produktreihe wurde ab Windows 95 von den sogenannten
"Plus"- Paketen abgelöst.
   
Dann gab's da noch ein Paket,
das die multimedialen Fähigkeiten voin
Windows 3.1 unterstreichen sollte: das Microsoft Windows Sound
System. Auch hier wurde die Hardware in Form einer 16-Bit Soundkarte,
eines kleinen Mikrofons sowie eines Kopfhörers. Dieses Paket
war
übrigens kein Bundle, denn an Software war nur das Soundsystem
dabei, Windows 3.1 mußte man bereits besitzen.
 
Windows for Workgroups 3.1
Schon ein halbes Jahr später erschien "Windows for Workgroups",
erstmals mit Netzwerkfähigkeiten, allerdings noch recht dürftigen.
TCP/IP, das wichtigste Netzwerkprotokoll (neben Novell's IPX/SPX),
wurde erst später als Erweiterung nachgereicht. Trotzdem
löste
"Windows for Workgroups 3.1" auch auf Einzelplatz-PC's
Windows 3.1 recht schnell ab. Unten ein sogenanntes "Add-On" für
Windows 3.1. Es setzte installiertes Windows 3.1 voraus und
erweiterte es um die Netzwerkfähigkeiten von "Windows
for Workgroups".
 
Eine Spezialangebot von Microsoft bestand 1992 in einem Komplettangebot
(Starter Kit) zur Vernetzung von 2 PC's mit WfW 3.1. Dieses
Angebot enthielt neben der Software auch 2 Netzwerkkarten sowie
ein Netzwerkkabel, 2 T-Verbindungsstücke, Anschlußwiderstände
und sogar einen Schraubendreher.
 
Ende 1993 erschien die Nachfolgeversion
"Windows for Workgroups 3.11", u.a. jetzt mit dem integrierten
Netzwerkprotokoll TCP/IP.
 
Statt eines normalen Updates gab es
eine WfW-Spezialversion, das sogenannte "Workgroup Add-On für
Windows". Nach dessen Installation wurde aus einem Windows
3.1 ein vollwertiges WfW 3.11. Voraussetzung war jedoch eine bereits
bestehende Windows 3.1- oder WfW 3.1-Installation.
 
Relativ unbeachtet blieb, das
Windows für Workgroups 3.11 bereits in der Lage war, 32-Bit
Programme abzuarbeiten (nachinstallierbares "Win32s"-Subsystem). Trotzdem
kann man festhalten, das die 16-Bit Reihe der
Microsoft Windows GUI, die 1985 mit Windows 1.0 begann,
mit WfW 3.11 endet.
Microsoft
Bob
1995 erschien ein weiteres, bis heute relativ
unbekanntes Produkt, das als Erweiterung von Windows
3.1 (oder neuer) konzipiert war: Microsoft
Bob.
Die neuartige Benutzeroberfläche von "Bob" wurde
als "Utopia"
bezeichnet und sollte Anfängern den Umgang mit Windows erleichtern.
Das Ganze war gut gemeint, der durchgängig verwendete "Comic"-Stil
der Grafiken wirkt auf den ersten Blick fast schon ein bisschen
kindisch. Ausgestattet u.a. mit Adressbuch, Kalender und Haushaltsmanagern
brachte es auch einige spezielle Applikationen mit, die über
OLE-Technik gut miteinander kommunizieren konnten. Doch "Bob"
floppte, denn gerade die starke OLE-Integration stellte für
die damalige Zeit hohe Ansprüche an die Hardware (mindestens
80486 CPU, 8MB RAM, 30 MB freier Festplattenspeicher). Die Software
selbst war mit 100$ auch nicht gerade billig. Als Windows 95
mit seiner moderneren Benutzeroberfläche immer mehr Marktanteil
erreichte, wurde "Bob" eingestellt. Da ich in 7 Jahren
Suche keine deutsche Version von Bob finden konnte, ist davon
auszugehen, das es in Deutschland zwar angeboten wurde, aber
schon aufgrund der fehlenden Sprachanpassung praktisch überhaupt
keinen Absatz fand.
 
Ein Film, der Microsoft Bob
vorstellt. Dürfte allerdings erst viel später (so um 2000 rum
entstanden) sein
(Quelle www.youtube.com)
Windows NT 3.1
Microsoft hatte bereits 1988 den genialen David Cutler mit der Entwicklung
eines völlig neuen, plattformunabhängigen 32-Bit Betriebssystems
beauftragt. Cutler war vorher bei DEC und maßgeblich an der
Entwicklung des Betriebssystems VMS beteiligt (Fachleute spekulieren
noch heute, wie weit das VMS-Konzept auf NT übertragen wurde).
Offiziell arbeitete Cutler jedoch an einer neuen Version von OS/2
(OS/2 NT (New Technology)), um die Kooperation mit IBM nicht zu
gefährden. 1989 liefen bereits erste Teile von Windows NT,
die zum größten Teil in der Programmiersprache "C"
programmiert wurden. Irgendwann konnte MS vor IBM nicht mehr verbergen,
das heimlich an einem eigenen 32-Bit OS gearbeitet wurde und nicht
an OS/2. So kam es Anfang 1991 zum Bruch zwischen MS und IBM. Auf
der Comdex 1991, kann bereits eine erste Versionen des neuen OS
der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ebenfalls in diesem
Jahr werden erste Beta-Versionen an Entwickler ausgeliefert. Es
sollte jedoch noch fast ein ganzes Jahr ins Land gehen, bevor das
schon so lange angekündigte Windows NT, irritierenderweise
bereits mit der Versionsnummer 3.1, im Juli 1993 auf den Markt kommen
sollte. Vielleicht hat Microsoft die Versionsnummer so gewählt,
weil NT über die gleiche Benutzeroberfläche wie Windows
3.1 verfügte. Aber damit enden auch schon alle Gemeinsamkeiten,
denn NT wurde von Grund auf als 32-Bit Betriebssystem konzipiert
(6.1 Millionen Codezeilen) und benötigte im Gegensatz zu den
16-Bit-Windows Versionen kein vorinstalliertes DOS als Systemvoraussetzung.
DOS ist in NT nur noch als Software-Emulation vorhanden. Diese erste
Version war übrigens noch weitgehend kompatibel zu OS/2 1.3.

Im Gegensatz zu Windows arbeitet NT mit
preemptivem Multitasking. Die Stabilität im Vergleich zu
Windows 3.1 nahm dadurch enorm zu, allerdings auch die Hardwareanforderungen,
ein 386er mit 16MB RAM war die Minimalanforderung. NT 3.1 kann
bis zu 4GB RAM adressieren und sein Kernel ist auf Portierbarkeit
auf andere Prozessortypen ausgelegt. Netzwerkunterstützung
(NetBEUI, TCP/IP, IPX/SPX, DHCP) gehört bei NT zur Grundausstattung.
Das Dateisystem NTFS wird eingeführt, NT unterstützt
jedoch weiterhin FAT16 und HPFS (OS/2 Filesystem). Die Kompatibilität
zu bestehender Software (DOS, 16Bit Windows) war gut, solange
Programme nicht versuchten, direkt auf die Hardware des Rechners
zuzugreifen. Der Unterschied des normalen Windows NT 3.1 zur
Advanced Server Version war nicht leicht zu erkennen. Die Server
Version enthielt - neben zusätzlichen Netzwerkprotokolle
wie z.B. AppleTalk - vor allem einen Domain-Controller. In einer
Domain können die Benutzereinstellungen der einzelnen Arbeitsstationen
auf dem Server gespeichert werden.
Windows NT 3.5
Ende 1994 wird Windows NT zum ersten Mal verbessert. Es erscheint
mit der Versionsnnummer 3.5 (Codename Daytona, 10.1 Millionen
Codezeilen) zum einen in einer Workstation-Version und in einer
Server-Version. OLE 2.0 wird eingeführt. Die später
eingeführte Version
3.51 wurde um PCMCIA-Unterstützung und um Datenkompression
aufgewertet. Die PCMCIA-Implementierung setzte beim Einsatz
einer einer entsprechenden Karte jedoch noch immer ein Reboot voraus.
   
Die ersten Versionen von Windows
NT (bis 4.0) liefen übrigens auch auf MIPS, Power PC sowie
DEC's Alpha Architekturen. Letzteres hatte DEC mit Microsoft ausgehandelt,
da ein Gericht 1995 entschieden hatte, das Microsoft den NT-Entwickler
David Cutler (und dessen Crew) illegal von DEC abgeworben hatte.
Zudem hatte das Gericht Patent- und Lizenzrecht-Verletzungen aufgrund
von Änhlichkeiten zwischen Windows NT und dem DEC Betriebsystem
VMS festgestellt (das Cutler vorher maßgeblich mitentwickelt
hatte).
Windows 95
Im August 1995 erscheint nach einer riesigen Werbekampagne Windows
95 (Codename Chicago). DOS muss bei diesem Windows nun nicht mehr
zwingend vorher installiert werden, obwohl es aus Kompatibilitätsgründen
immer noch als Unterbau des ganzen Systems fungiert. TCP/IP ist
jetzt im Standardumfang enthalten, wodurch sich Rechner mit Windows
95 als Client-OS für verschiedenste Netzwerke durchaus anbieten.
Die alte 8+3 Namenskonvention ist jetzt auch bei der DOS-basierten
Windows Linie aufgehoben.
Microsoft hätte die zunehmende
Verbreitung des Internets bei der Entwicklung von Windows 95 beinahe
verschlafen. Erst sehr spät (als Netscape mit seinem Navigator
bereits einen Riesenerfolg hatte) reagierte man und lizensierte
für 2 Mio. Dollar einen Browser der der Fa. Spyglass. Dieser
wurde dann als Internet Explorer 1.0 in den ersten Versionen von
Windows 95 integriert. Bekanntermaßen folgte danach der mehrjährige
Rechtstreit mit der US-Anklägerin Janet Reno. Hauptpunkt der
Anklage war der Wettbewerbsvorteil Microsofts bei Web-Browsern gegenüber
den Mitbewerbern wie Netscape durch die Integration des IE in Windows
95.
   
Die Benutzeroberfläche
wurde im Vergleich zu seinen Vorgängern komplett geändert,
Windows 95 erweckt beim Anwender den Eindruck, als sei es bereits
weitgehend objektorientiert. Mit dem Service Release 2 werden USB-Unterstützung
sowie mit "FAT32" ein erweitertes Dateisystem eingeführt.
Der Werbefilm
für Windows 95 mit der Musik der Rolling Stones ("Start me up")
(Quelle www.youtube.com)
Für Windows 95 Einsteiger stellte
Microsoft mit Windows 95 Start! erstmals ein separat zu erwerbendes
Produkt zur Verfügung, das interaktiv in die Bedienung der
neuen Oberfläche einweisen sollte.
 
Ein weiteres Begleitprodukt zu Windows
95 gab es in Form Microsoft Plus!. Neben mehreren Bildschirmmotiven
beinhaltete es auch einige brauchbare Programme wie den Systemdienst
und Datenkomprimierung. Zudem wurde der Internet Explorer 1.0 zusammen
mit diesem Paket ausgeliefert, wahrscheinlich aufgrund der andauernden
Rechtstreitigkeiten mit der US-Kartellbehörde.
 
Damit auch Windows 3.x Benutzer in
den Genuss des Microsoft Web-Browsers kamen, wurde 1996 der "Internet
Explorer Starter Kit" herausgegeben, der zusätzlich zum
IE 3.0 (32Bit Version für Windows 95 und Windows NT 4.0) auch
die 16Bit-Version 2.1 des IE enthielt. Das war (bis auf separate
Internet Explorer SDK's und Installations-CD's) das letzte Mal,
das der "Microsoft Internet Explorer" als separat zu erwerbendes
Verkaufsprodukt erschien.
 
Windows NT 4.0
Im dritten Quartal 1996 erscheint auch NT 4.0 als Workstation und
Server-Version (18.9 Millionen Codezeilen) mit der neuen Benutzeroberfläche
von Windows 95. Um die Bildschirmausgabe zu beschleunigen, wurde
der entsprechende Treiber in den Kernel gelegt. Dies führte
zu Schwierigkeiten bei einigen Grafikkarten. Zudem wurden Änderungen
im RAS (Remote Access Service) durchgeführt. Ein ziemlicher
Wehmutstropfen der neuen Version war, das die Unterstützung
des OS/2 Filesystem HPFS aufgegeben wurde.
   
Bis heute wurden 6 Service-Packs nachgeschoben
(u.a. zur Unterstützung des Euro-Symbols, und 7, wenn man das
6a mitzählt), wodurch diese Version schlußendlich als
hochstabil bezeichnet werden kann. Die Auslieferung wurde, obwohl
der Nachfolger Windows 2000 bereits auf dem Markt war, erst im September
2001 eingestellt. Ein echter Umstiegsgrund auf Windows 2K war für
viele - trotz der enormen Stabilität von NT 4.0 - die fehlende
USB Unterstützung, ohne die moderne Digitalkameras, Drucker
und Scanner nicht benutzt werden konnten.
Windows NT 4.0 wurde mit
viel TamTam auf verschiedenen Messen in einer Version für
die brandneue DEC Alpha Workstation angekündigt. Diese
besass in der ersten Version einen RISC-Prozessor mit 266MHz,
der mit "Alpha"
bezeichnet wurde und bereits seit 1992 auf Unix/Linux Systemen
eingesetzt wurde. Windows NT 4.0 lief neben der Alpha-CPU übrigens
auch auf IBM-Power-PC und MIPS R4400. Das beweist: es hat tatsächlich
mal funktioniert, was Microsoft mit NT immer versprochen hatte.
Und zwar das NT dafür
konzipiert wurde, um auf vielen Plattformen zu laufen. Aber die
Sache hatte dann doch einen Haken. Man darf sich
das nicht so vorstellen, das man jetzt sein Office 95 genommen
hätte,
zur Alpha-Maschine mit Windows NT 4.0 rübergegangen wäre,
die CD-ROM ins CD-Laufwerk gelegt hätte und dann lustig
installieren hätte können. Die Betriebssystemunterlage
wäre ja identisch. Aber dem ist natürlich nicht so.
Windows-Programme für Intel CPU's bringen natürlich
auch eigenen CPU-spezifischen Binärcode
mit. Und was für Intel gut ist löst auf RISC-Maschinen
einen Weltuntergang aus - und umgekehrt. Die Unterschiede zwischen
diesen beiden Architekturen könnten gar nicht größer
sein. Offensichtlich hatte
Microsoft an einer Portierung seiner Anwendungen auf die Alpha
kein gesteigertes Interesse. Und somit gab's
kein Word und kein Excel und auch sonst nicht viel schöne
Windows Software für die auf jeden Fall sehr formschöne
Alpha Workstation von DEC.
 
In eigener Sache: wenn jemand
Erfahrung im Umgang mit NT 4.0 für den Alpha hat dann bitte
melden. FX!32 stürzt bei mir sang- und klanglos ab, obwohl
es in Testberichten als relativ stabil bezeichnet wird (NT 4.0 SP
5, FX!32 V5, MS Office 97).
Zudem erscheint 1996 Windows CE,
eine resourcen-schonende Windows-Version für die sich immer
mehr verbreitenden PDA-Computer. Im Unterschied zum
normalen Windows konnte es statt mit der Maus und der Tastatur nur
mit einem Stift bedient werden. Spezielle SDK's beinhalten Windows
CE und ermöglichen die Entwicklung von CE- Applikationen am
Desktop-PC. Ob Windows CE außerhalb dieser SDK's als separates
Produkt erschienen ist, ist nicht bekannt.
Vorgänger von Windows CE ist
"Windows for Pen Computing", das 1992 als Add-On für Windows
3.1 für sogenannte
Tablet- bzw. Handheld-PC's entwickelt wurde. Microsoft musste in dieser Zeit ein Konkurrenzprodukt zum visionären PenPoint der Firma GO Corporation anbieten. Die Fachpresse sah einen riesigen Markt für Pen-gesteuerte Computer, zu dieser Zeit eine Fehleinschätzung. 1995 war der Markt für diese Geräte so gut wie nicht mehr vorhanden. Bereits 1994 wurde die Entwicklung von "Windows for Pen Computing" eingestellt. In Windows 95 waren überarbeitete Funktionen zur Pen-Steuerung nachinstallierbar.
   
Bereits 1998 werden die Versionen
2.0 und 2.1 von Windows CE herausgegeben.
 
Windows CE dient noch heute als Basis
für die moderne PDA-Computergeneration, denn Microsoft Pocket
PC oder das aktuelle Windows Mobile basierten bzw. basieren auf
dem WinCE-Kern. CE läuft auf unterschiedlichster Hardware (Intel
und sowie Risc-Systemen wie MIPS und ARM) und kann von den Herstellern
individuell mit Anwendungen ausgestattet werden. Im April 2000 (Windows
CE 3.0) und im Februar 2001 (Windows CE 4.0) erscheinen weitere
Nachfolger.
Windows 98
Windows 98 (Codename Memphis) wird im Juni 1998 veröffentlicht.
Der Internet Explorer 4.0 wird (angeblich) vollkommen in die grafische
Benutzeroberfläche integriert, was Microsoft so manchen Ärger
mit dem Browser-Marktführer Netscape einbringt. Aber durch
diese enge Integration in Windows können Internet-Seiten auch
auf dem (Active-) Desktop platziert werden, wodurch sich deren Inhalte
sich im Falle einer Online Verbindung automatisch aktualisieren.
Für das neue FAT32-Dateisystem (unterstützt Festplatten
größer 2 GB), ist ein Hilfsprogramm vorhanden, das die
Konvertierung bestehender Installationen von FAT16 nach FAT32 erlaubt.
Zudem wurde das Powermanagement (ACPI) überarbeitet, wodurch
vor allem die Verwendung von Windows in Zusammenhang mit Notebooks
vereinfacht werden sollte.
 
Neue Hardware wie DVD, Firewire
und AGP wird unterstützt. Erwähnenswert ist auch, das
das Treiber-Modell erstmals mit dem High-End Betriebssystem Windows
NT kompatibel gemacht wurde.
Auch zu Windows 98 gab es die von
Windows 95 bekannten Begleitprodukte Start! sowie Plus!. Neben den
Bildschirmmotiven gab es diesmal u.a. McAfee VirusScan sowie einen
CD-Player.
   
Windows 98 SE (Zweite Ausgabe)
Die Auslieferung von Windows 98 SE erfolgt im Mai 1999. Während
für die Vorgängerversionen Windows 95 und Windows 98 die
sogenannten Plus-Pakete separat zugekauft mussten, sind diese in
SE bereits integriert. Verschiedene Programme wurden überarbeitet
(Paintbrush, Defragmentierer). Windows 98 SE ist die wahrscheinlich
stabilste 16-Bit Windows-Version aller Zeiten.
 
Windows 2000
Der lange als Windows NT 5.0 (Codename Cairo) angekündigte
Nachfolger von Windows NT 4.0 ist 1999 fertig und wird ausgeliefert.
Fast vollständig in C++ kodiert, mit 30 Millionen Zeilen (!)
eines der größten Softwareprodukte, die bis dahin jemals
produziert wurden. In den ersten beiden Beta Versionen wurde das neue Windows noch mit NT 5.0 bezeichnet, bei der Beta 3 erhielt es seinen endgültigen Namen.

Die Boot Sequence wurde überarbeitet, die
Speicherverwaltung geändert, die Netzwerkfähigkeiten verbessert
und endlich auch die USB-Unterstützung implementiert.
   
Das von Windows 98 her bekannte Filesystem
FAT32 wird jetzt auch von Windows 2000 unterstützt. Der neue
"Windows Installer" soll die saubere installation und
Deinstallation von Programmen gewährleisten und die Nachinstallation
von benötigten Moduln vereinfachen. Zudem wurde - nicht so
ganz überraschend - die Unterstüzung der Alpha-CPU aufgegeben.
Windows ME
Das letzte Windows (ME steht für Millenium Edition), das MS/PC-DOS
als Grundlage benutzt, wird ausgeliefert. Der DOS-Modus selbst wurde
bei ME allerdings entfernt. Mit ME endet zudem der 16Bit-basierte
Zweig des Windows Baums. Als wichtigste Neuerung in ME sei das "System
Recovery" angeführt. Diese Funktion stabilisiert das Betriebssystem,
indem es sicherstellt, das die Systemdateien den für einen
ordnungsgemäßen Betrieb benötigten Versionen entsprechen.
Ansonsten wurden lediglich einige Multimedia Erweiterungen (u.a.
Videoschnitt) als Verbesserungen gegenüber der Vorgängerversion
Windows 98 SE eingebaut.
   
Mit Windows ME endet der Zweig
von Windows, der auf MS-DOS als Grundlage beruht. Das heutige Windows
XP kommt aus der Windows NT/2000 Linie und hat als Gemeinsamkeit
mit dem 16-Bit Zweig nur das Design der grafischen Beutzeroberfläche.

Bis heute verwenden mehr
als 1 Milliarde Menschen Produkte der Firma Microsoft.
"Wir haben bei der Entwicklung von Windows wie die Tiere geschuftet"
Neil Konzen, langjähriger Mitarbeiter von Microsoft
"Windows gibt den Blick frei auf die Zukunft der Integration"
PC World, Dezember 1985
Die
Reihe wird demnächst mit Windows XP fortgesetzt !
Copyright @ 2007 Wolfgang Kainz-Huber
Der Autor hat zwar im Rahmen seiner Möglichkeiten
sorgfältig recherchiert, kann aber keine Verantwortung für
die Richtigkeit der Angaben übernehmen.
Quellen: Die Microsoft Story, Daniel Ichbiah, ISBN
3-593-34806-3
Die Microsoft Akte, Wendy Goldmann Rohm, ISBN 3-612-26672-1
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