| Überblick

Funktionsweise eines Typenraddruckers
Da
in normalem Text manche Buchstaben wie e,s und t wesentlich häufiger
vorkommen als andere, sind die Schriftzeichen nicht einfach z.B.
in ASCII-Reihenfolge(a,b,c,d usw.) auf dem Typenrad aufgereiht,
sondern so, daß bei statistischem Text die durchschnittlich
benötigte Drehzeit des Rades zum Anschlag des nächsten
Zeichens möglichst gering ist. Wenn man so auf das Typenrad
sieht, daß die Zeichen spiegelverkehrt erscheinen, lautet
eine typische Reihenfolge im Uhrzeigersinn:
Da diese Zeichenhäufgigkeit in Standardtexten
in Amerika ermittelt wurde (Shannon-Text) kann die Schnelligkeit
der Druckausgabe bei deutschen (oder nicht englischen) Texten natürlich
erheblich differieren. Preiswerte Typenraddrucker erreichen bei
durchschnittlichem Text etwa 14 bis 20 Zeichen/s, typische Profiausführungen
etwa 30 bis 40 Zeichen/s und die allerschnellsten Geräte bis
zu 80 Zeichen/s, also nur etwa ein Viertel von Nadeldruckern. Außerdem
ist der Wechsel der Schriftart nicht per Steuerbefehl, sondern nur
durch Austausch des Typenrades machbar. Dem steht als Hauptvorteil
eine sehr gute Schriftqualität gegenüber, die ein Nadeldrucker
auch im Schönschrift-Modus kaum erreichen kann. Der Grund,
warum moderne 24-Nadeldrucker dem Typenraddrucker trotzdem dem Rang
abgelaufen haben, liegt wohl darin, das Typenraddrucker prinzipbedingt
keine Grafiken drucken können.
Funktionsweise eines Nadeldruckers
Ein
Nadeldrucker verfügt über einen Druckkopf, der eine bestimmte
Anzahl an Nadel enthält (7, 9, 18, 24, 36 u.a.). Die einzelnen
Nadeln sind senkrecht (einreihig oder zweireihig) untereinander
im Druckkopf angeordnet. Jede Nadel kann einzeln elektromagnetisch
angesteuert werden und bewegt sich im Aktivierungsfall mit rasend
hoher Geschwindigkeit aus dem Druckkopf heraus und wieder zurück.
Die aktivierten Nadeln treffen auf ein Farbband, das sich zwischen
dem Druckkopf und der Druckwalze befindet (ähnlich einer Schreibmaschine)
und verursachen so einzelne Punkte auf dem Papier. Der Drucker weiß
aufgrund der in ihm gespeicherten Zeichensätze, welche Nadeln
er für welches Zeichen benutzen muß (Matrix). Der Druckkopf
selbst wiederum sitzt auf einem Schlitten, der über Zahnriemen
o.ä. an die gewünschte horizontale Postion (Spaltenvorschub)
bewegt wird. Die Druckwalze (oder ein Traktor) übernimmt durch
Drehung den Transport des Papiers in vertikaler Richtung (Zeilenvorschub).
Die Qualität des Druckbildes kann mit einer höheren Anzahl
und dichter im Druckkopf angeordneten Nadeln erhöht werden.
Auch die Technik des Mehrfachanschlags bzw. versetzten Anschlags
(NLQ, LQ) verbessert die Druckqualität erheblich. Die Matrixdrucker
erleben derzeit eine Wiedergeburt, denn Nadeldrucker sind billig
herzustellen und nur sie beherrschen Durchschläge. Moderne
Nadeldrucker sind leiser und schneller (bis zu 350 Zeichen pro Sekunde)
als ihre lärmenden Urahnen aus den 80iger Jahren.
Funktionsweise eines Tintenstrahldruckers
Tintenstrahldrucker
gehören zu den "Non-impact"-Druckern, es findet also
kein mechanischer Kontakt zum bedruckten Medium statt. Damit entfällt
eine unangenehme Eigenschaft des Nadeldruckers, die Geräuschentwicklung,
fast völlig. Nur noch ein leises Pfeifgeräusch durch das
Ausschleudern der Tinte ist wahrnehmbar. Allerdings geht bei Tintenstrahldruckern
die Möglichkeit der Durchschlagsanfertigung verloren.
Das Prinzip der Erzeugung von Zeichen oder Grafik ist das gleiche
wie bereits bei den Nadeldruckern beschrieben. Anstatt einer Nadelreihe
befinden sich hier am Druckkopf eine Reihe von Mikrodüsen,
aus denen winzige Tintentröpfchen auf das Papier gespritzt
werden.
Bei der Entwicklung waren verschiedene Probleme zu verzeichnen.
Zum einen trocknete die Tinte zu schnell ein und verstopfte die
Düsen und es wurde ein spezielles, sehr glattes Papier benötigt,
damit die Tinte nicht zu sehr aufgesaugt wurde und somit Flecken
erzeugte.
Die Tintenstrahldrucker wurden nach einem Verfahren für Meßwertschreiber
der schwedischen Siemens-Tochterfirma Elema entwickelt. Dabei wurde
ein kontinuierlicher Strahl aus einer beweglichen Düse versprüht,
was sich zwar für Meßschreiber eignete, nicht aber für
eine Einzelpunktansteuerung. Aus dieser mechanischen Düsenbewegung
wurde Mitte der 60er Jahre eine elektrostatische Steuerung entwickelt.
Dabei wird eine Hochspannung von 2,5 kV an eine Düse angelegt.
Die Tinte steht mit nur geringem Überdruck an der Düsenöffnung.
Eine davor befindliche, geerdete Ringblende zieht einzelne Tintentröpfchen
aus der Düse, die von zwei Abdeckplatten horizontal bzw. vertikal
gesteuert, zu Zeichen zusammengesetzt werden. Während dieses
kontinuierlichen Schreibvorganges wird überschüssige Tinte
in einen Ablauf gesprüht. Die Unterbrechung bei Papiervorschub
oder in Druckpausen geschieht durch Abschalten der Hochspannung.
Heutzutage wird bei Tintenstrahldruckern der Piezoeffekt
ausgenutzt, der auch vielfach bei Gasfeuerzeugen verwendet wird.
Allerdings ist der Effekt dort genau umgekehrt. Man schlägt
mit einem Hämmerchen auf einen Piezo-Kristall, so daß
an diesem eine Spannung entsteht, die direkt von der Stärke
der Verformung abhängig ist. Beim Drucker hingegen wird eine
Spannung angelegt, so daß das Piezoplättchen sich ausdehnt
oder zusammenzieht, je nach Polarität der angelegten Spannung.
Es sind im wesentlichen drei Anordnungen gebräuchlich: Tintenstrahlköpfe
mit Piezoröhrchen, mit Piezo-Planarscheibchen oder mit der
"Bubble"-Technik.
Bei einem Piezoröhrchen
wird ein sinusförmiger Impuls angelegt, der in der ersten Halbwelle
eine Vergrößerung des Tintenraumes bewirkt, so daß
die Tinte aus dem Vorratsbehälter angesaugt wird. Bei der zweiten
Halbwelle wird der Durchmesser der Düse verkleinert und damit
ein Stoßdruck erzeugt, der ein Tröpfchen Tinte auf das
Papier schleudert. Die Planarscheibchen funktionieren ähnlich,
erlauben jedoch höhere Ausstoßfrequenzen bei geringerer
Tröpfchengröße. Bei der Bubble-Technik ist der Druckkopf
ähnlich wie ein Chip aufgebaut. Die Leiterbahnen direkt hinter
den Düsenöffnungen bilden Heizelemente, welche durch kurze
Stromstöße sehr kurzfristig aufgeheizt werden. Die sich
in der Nähe im Tintenkanal befindliche Tinte wird dadurch verdampft,
es bildet sich im Kanal eine Gasblase. Durch das Ausdehnen dieser
Blase wird ein Tintentröpfchen weiter vorne aus der Kanalöffnung
auf das Papier gespritzt. Es können so bis zu 1000 Tröpfchen
pro Sekunde entweichen. Die entstehende Wärme wird sofort wieder
durch den Druckkopf und die nachfließende Tinte abgeführt.
Funktionsweise eines Laserdruckers
Laserdrucker
werden im Unterschied zu den oben beschriebenen Nadel- und Typenraddruckern
zu den "Non-impact"-Druckern gezählt. Hier wird,
im Gegensatz zu den Matrikdruckern in einem Zug eine volle Seite
Text oder Grafik aufgebaut.
Die Laserdrucker sind ursprünglich aus Fotokopierern weiterentwickelt
worden. Zusätzlich sind hier eigene Kontroller eingebaut, die
die vom PC übergebenen Daten aufbereiten und einen Laserstrahl
steuern.
Ein Bild setzt sich üblicherweise aus 300x300 Punkten pro Zoll(dots
per inch=dpi) zusammen, es können aber auch höhere Auflösungen
(600x600) erreicht werden. Diese erfordern dann aber spezielle Microtoner.
Während bei Matrixdruckern oft nur ein kleiner
Druckerpuffer(1-32 KByte) üblich ist, liegt der interne Speicher
bei einem Laserdrucker meist zwischen 512 KByte und einigen MByte.
Eine einfache Rechnung verdeutlicht den Grund. Eine schwarzweiße
Grafikseite im DIN-A4-Format besteht bei einer Auflösung von
300 dpi aus ca. 8,7 Millionen Bildpunkten, was 8,7 Millionen Bit
oder ca. 1,1 MByte entspricht. Bei 600 dpi sind es schon 35 Millionen
Bildpunkte, es sind also 4,4 MByte Speicher nötig. Um also
auf einem Standardlaserdrucker mit 300 dpi eine volle DIN-A4-Grafik
ausgeben zu können, ist ein Mindestspeicherausbau auf etwas
mehr als 1 MByte RAM im Drucker erforderlich.
Für reine Textausgaben gelten durchaus 512 KByte an Speicherkapazität
als ausreichend. Die Erfahrung hat gezeigt, daß 1,5 MByte
ein guter Wert sind um noch etwas Kapazität als Eingangspuffer
und zum Laden von Schriftarten übrigzuhaben.
Ein großer Puffer hat den Vorteil, daß nach dem Abschicken
einer Grafik oder von mehreren Textseiten der PC gleich wieder für
weitere Arbeiten zur Verfügung steht, während der Drucker,
durch seinen eigenen Prozessor in der Lage ist, unabhängig
weiter zu arbeiten.
Ein Nachteil dieses großen Speichers bei der Textverarbeitung
ist, daß bei Abbruch eines Druckauftrages fast immer noch
etliche Seiten gedruckt werden.
Der Ausdruck einer Seite erfolgt in drei Schritten:
a) Empfangen und Aufbereiten der Daten
b) Schreiben des(elektrischen) Spiegelbildes auf die Trommel
c) Übertragen des Bildes von der Trommel auf das Papier
Der Kontroller im Drucker empfängt die Daten
vom PC über die Schnittstelle und bringt sie in einen Zwischenpuffer.
Die Daten werden interpretiert und als Bitmap-Grafik im Bildspeicher
abgelegt.
Während sich die Bildtrommel dreht, wird sie durch Entladung
eines Drahtes(Ladekoroton) gleichmäßig elektrisch(negativ)
geladen.
Wird die Trommel nun von einem Laserstrahl an einer bestimmten Stelle
getroffen, wird die Ladung an dieser Stelle der Oberfläche
abgeleitet. Der Prozessor im Drucker steuert nun einen Polygonspiegel,
der den Laserstrahl reflektiert. Dieser Laserstrahl überstreicht
die Breite der Trommel und durch ihre Weiterbewegung kann die gesamte
Oberfläche angesprochen werden. Nach dem Abtasten enthält
die Oberfläche ein unsichtbares, elektrisches Abbild.
Zum entwickeln dieses virtuellen Bildes wird mit einer Magnettrommel
Toner auf die Trommel übertragen. Dieser haftet nur an den
elektrisch neutralen Stellen. Das eingezogene Papier wird durch
das sogenannte Übertragungskoroton positiv aufgeladen und zieht
so die Tonerpartikel von der Trommel an. Beim nun folgenden Fixiervorgang
wird das Papier zwischen einer Andrucksrolle und einer Heiztrommel
durchgeführt. Durch die Wärme haftet der Toner dauerhaft
auf dem Papier.
Funktionsweise eines Thermodruckers
Den
Thermodruck muss man in zwei verschiedene Verfahren unterscheiden:
a) Thermodruck mit wärmeempfindlichem
Papier: für diesen Thermodrucker wird Spezialpapier
benötigt, das wärmeempfindlich sein muss. Dieses wird
durch winzige Heizelemente auf dem Druckkopf aufgeheizt, wodurch
gewünschte Schrift oder Grafikzeichen erzeugt werden.
Fast alle Faxgeräte arbeiten nach diesem Verfahren. Diese Drucker
sind für den Heimbedarf nicht zu empfehlen, da das Spezialpapier
teuer ist und der Kontrast der abgebildeten Zeichen nicht gerade
optimal ist.
b) Thermotransferdruck: dieses Verfahren ist nicht an eine spezielle
Papiersorte gebunden, denn die wärmeempfindliche Schicht befindet
sich hier auf dem Farbband. Die Funktionsweise ist die Gleiche wie
beim Thermodruck mit Spezialpapier. Die beiden Verfahren unterscheiden
sich nur in der Art des Druckauftrages. Die Farbe auf dem Farbband
wird durch die Heizelemente des Druckkopfes auf das Papier geschmolzen,
deshalb kann man das Farbbandnur einmal benutzen. Bei diesem Verfahren
lassen sich durch den Einsatz von mehrfarbigen Farbbändern
(RGBFarben; RotGrünBlau), bunte Grafiken
in relativ guter Qualität erzeugen. Durch die nur einmalige
Benutzung der Farbbänder sind diese Drucker sehr teuer und
nicht unbedingt für den alltäglichen Gebrauch zu empfehlen.
Funktionsweise eines Plotters
Für Architekten und Ingenieure sind Plotter
nach wie vor das wichtigste Ausgabemedium, um farbige Darstellungen
bis zur Größe DIN A0 detalliert wiederzugeben. Tischplotter(DIN
A4 bis DIN A3) waren bis vor kurzem ebenso gefragt, wenn Farbe erwünscht
war. Sie wurden in diesem Bereich aber zunehmend von Farb-Tintenstrahldruckern
verdrängt.
Dies liegt an der unterschiedlichen Technik. Bei den bisher vorgestellten
Druckern wird das Bild am Schluß gerastert, als Ansammlung
von einzelnen Punkten, ausgegeben, wohingegn Plotter kontinuierliche
Linien zeichnen können. Es werden also keine "Treppenstufen"-Effekte
erzeugt, womit Plotter prädestiniert sind für Ausgaben
von Grafiken im technischen Bereich. Für reine Schriftdarstellungen
eignen sie sich weniger, da jedes Zeichen gemalt werden muß
und die Ausgabegeschwindigkeit dabei sehr klein ist.
Zum Zeichnen dienen Faserschreiber, teilweise auch Stifte mit speziellen
Stahlkugelspitzen oder Gasdruckminen. Prinzipell gibt es zwei Möglichkeiten
die Zeichnung auf das Papier zu übertragen. Beim Flachbettplotter
wird das Papier am Rande festgeklemmt. In X-Richtung(also von links
nach rechts) wird durch einen Schrittmotor ein Schlitten gefahren,
auf dem sich in Y-Richtung der Schreibstift hin- und herbewegen
läßt. Ein eigener Elektromagnet senkt den Stift erst
dann auf die Papieroberfläche, wenn gezeichnet werden soll.
Eine Mechanik erlaubt sogar das Anfertigen mehrfarbiger Grafiken,
indem sich der Schlitten aus einer Trommel verschiedenfarbige Stifte
holen kann.
Bei Trommelplottern wird eine Achse durch den Zeichenstift, die
andere durch Vor- bzw. Rückschub des Papiers gesteuert. Da
bei der Papierführung mittels Stachelwalze bei gelochtem Endlospapier
eine hohe Geschwindigkeit auftritt, muß das verwendete Papier
sehr reißfest sein. Trommelplotter sind geeignet für
große Ausdrucksformate.
Reibungsplotter funktionieren ähnlich wie Trommelplotter, nur
daß hier das Papier zwischen einer Gummi-Andruck- und einer
Quarzsandrolle(als Antriebsrolle) gehalten wird. Oft ist noch eine
zusätzliche Einrichtung auf Vakuum- oder elektromagnetischer
Basis zum Festhalten des Papiers vorhanden.
|