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Letzte Aktualisierung:
10-Jan-2012

Was ist Software ?
Welche Art von Software sammelt das Museum ?
In welchem Zustand muß die Software sein ?
Wird jede Software aufgelistet ?
Welche Vorkehrungen zum Erhalt werden getroffen ?
Legende
Sie haben noch alte Software ? Disketten und Handbücher, vielleicht sogar noch im Originalschuber oder - karton ? Werfen Sie nichts in den Müllcontainer, schicken Sie die Software nach Rücksprache zu uns. Natürlich unfrei, wir übernehmen die Versandkosten. Auch für größere Mengen.

An dieser Stelle eine Bitte in eigener Sache: es erreichen uns ca. 10 Anfragen in der Woche bezüglich Diskettenersatz, Handbuchkopien, Problemlösungen u.s.w.

1. Vor allem werden viele Anfragen bezüglich Diskettenkopien gestellt. Dabei sollten Sie folgendes bedenken: auch 25 Jahre alte Software ist oftmals nicht frei von Kopierrechten. Die exakte Sachlage ist für uns in den meisten Fällen nicht feststellbar, da viele Firmen und damit die Rechte an deren Software oft mehrmals von anderen Firmen übernommen wurden. Wir werden nicht riskieren, Abmahnungen von findigen RA's zu erhalten. Daher gilt: Rückumschlag mit eigener Adresse und ausreichend frankiert mit den oder der defekte(n) Originaldiskette(n) und einer entsprechenden Anzahl neuen und passenden Leerdisketten an uns senden. Bitte vorher die Kosten bei uns erfragen! Ansonsten keine Chance!
2. Handbuchkopien machen wir keine mehr, zuviel Arbeit. Bitte versucht doch ein entsprechendes Buch o.ä. auf Ebay zu ergattern. Bei Standardsoftware sollte dort im Normalfall alles zu finden sein. Nicht gleich aufgeben, auch wenn die Suche mal ein paar Wochen dauert.


Top Was ist Software ?

Unter Software versteht man eine Reihe von Instruktionen (Programmcode), die vom Prozessor (oder anderen Bauteilen) eines Computers ausgeführt werden können. Dieser Programmcode wird zur Ausführung entweder in den flüchtigen Speicher des Computers (RAM) geladen oder ist bei manchen Computern bereits in einem nicht flüchtigen Speicher (ROM) enthalten. Es gibt zwei Hauptkategorien von Software: zum einen die Anwendungssoftware (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Buchhaltung etc.), zum anderen Systemsoftware, die mit der Hardware des Computers kommuniziert und daher zur Ausführung dieser Anwendungsprogramme benötigt wird (Betriebssystem, Programmiersprachen etc.). Unter den Begriff Software fallen beide Stufen eines Programmcodes: der sogenannte Quellcode, der vom (menschlichen) Programmierer erstellt wird sowie der ausführbare Maschinencode, der aus dem Quellcode von einem Programmübersetzer (Compiler) erzeugt wird.

Top Welche Art von Software sammelt das Museum ?

Regalreihe 1Regalreihe 2Im Prinzip alles, wofür ein passender Computer im Museum vorhanden ist. Es gibt auch eine Einschränkung (das wird viele enttäuschen): keine Spiele ! Natürlich bekommen wir mit den Computern, die wir ankaufen oder die uns zur Verfügung gestellt werden, auch Spiele. Die stehen auch gut rum, denn damit wird deutlich zum Ausdruck gebracht: die hat's natürlich auch gegeben. Aber wir verschwenden keine Mark unseres Budgets dafür. Wichtiger sind uns Betriebssysteme, Office Anwendungen, Programmierwerkzeuge und die wichtigsten Utilities, dies gilt auch für die spielelastigen Homecomputern. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Software für CP/M, PC/MS-DOS (auch Konkurrenzprodukte wie z.B. DR-DOS, PC-MOS und DOS-Erweiterungen wie GEM, Concurrent DOS, Geoworks etc.) sowie natürlich 16Bit Windows. Zudem sind auch auch exotische Betriebssysteme wie NeXTStep und kleine Sammlungen von Linux, Solaris, UNIX und Novell Netware vorhanden.

Außerdem bemühen wir uns bereits um Originale aus der 32-Bit Ära. Zumindest mal der Betriebssysteme, da wir festgestellt haben, das die ausgelieferten Retail-Versionen dieser noch relativ jungen Software (z.B. Windows 95 oder NT 3.1) nur einen geringen Anteil am Markt haben. Zu ca. 95% sind sie als OEM-Ausgaben im Umlauf. 32-Bit Anwendungsprogramme werde ich erst im Laufe der nächsten Jahre auflisten.

Wie bereits erwähnt bemühen wir uns auch, die wichtigsten Anwendungen für VC20/C64/C128 sowie für den Amiga und den Atari ST für die Nachwelt zu archivieren. Bei diesen Homecomputern ist dies übrigens schwierig. Wenn wir Komplettsysteme erhalten, dann liegen ihnen meistens nur wenige Software-Originale bei, dafür aber unzählige "Sicherheitskopien".

Top In welchem Zustand muß die Software sein ?

Die hier aufgeführte Software befindet sich in originalen Kartons oder Schubern, im Idealfall ist sie neu und noch verschweißt. Vollständige Disketten- und Handbüchersätze sind eine klare Voraussetzung. Bevor wir eine Software gar nicht kriegen, sind wir mich auch mit den Originaldisketten alleine zufrieden.

Top Wird jede Software hier aufgelistet ?

Nein, nur die unserer werten Meinung nach wichtigsten und bekanntesten Programme. In jedem Fall nur solche, von denen Originale (mindestens die Datenträger) vorhanden sind. Schätzungsweise sind noch 150-200 originale Programme mehr vorhanden. Bei Amiga und Atari ST verzichten wir vorläufig auf die Auflistung der vorhandenen Spiele, weil das zu viel Arbeit macht. Auch bei C64/C128 ist die Liste keinesfalls komplett. Software für Apple Rechner folgt später.

Top Welche Vorkehrungen zum Erhalt werden getroffen ?

Die Archivierung aller Disketten bis Erstellungsjahr 1990.

Der Schreckmoment: ich hatte die in noch in Plastik verschweißte, unbenutzte Diskette meines VisiCalc 1.2 (1982) zwecks Archivierung geöffnet. Der einseitig mit 160K formatierte 5,25"-Datenträger war aber nicht mehr vollständig lesbar! Rettungsversuche mit verschiedensten Programmen (u.a. Anadisk, NDD, Diskfix) schlugen fehl, ein Sektor einer Programmdatei konnte auch manuell nicht mehr rekonstruiert werden. Und nicht mal Dan Bricklin (der Entwickler von VisiCalc, den ich in meiner Verzweiflung angemailt hatte, www.bricklin.com) besass noch eine Kopie dieser Version. Ein ähnliches Erlebnis hatten ich in der Folge mit den DD Disketten von Lotus 1-2-3 1.0.

Es ist schwer festzustellen, ob auch einige Kopierschutzmechanismen einen Einfluss auf die Haltbarkeit einer Diskette ausüben können. Meiner Erfahrung nach halten 3,5" Disketten trotz ihres stabilen Plastikgehäuses auch nicht länger als die 8" oder 5,25" Disketten mit ihren weichen, biegbaren Hüllen. Ebenso ist es Fakt, das mit zunehmender Datendichte (gleiche Fläche mit engerer Spuren- und Sektorenanordnung, wie bei 5,25"- und 3,5"- HD Disketten) die Schäden eher auftreten.

Top Die Praxis der Archivierung

Hardware

Ich habe mich daher entschlossen, von sämtlicher, auf Diskette befindlicher Software mit Baujahr <= 1995 Diskettenimages auf Festplatte zu ziehen und auf CD zu brennen. Ich habe einen Pentium II Rechner (233 MHZ) präpariert, der ein 3,5" sowie zwei 5,25" Laufwerke enthält. Die 5,25" Laufwerke sind umschaltbar, je nach Bedarf steht ein DD oder ein HD Laufwerk zur Verfügung. Eingerichtet ist der Rechner mit MS-DOS 7.1 (dem DOS aus Windows 95). Dadurch kann ich lange Dateinamen und FAT32 Partitionen verwenden. Als Treiber für USB-Geräte verwende ich den von Panasonic (USBASPI.SYS, DI1000DD.SYS), der funktioniert am besten. Gesichert wird auf ein Fujitsu MO-Laufwerk mit 1,3GB. Obwohl keine SCSI-Festplatte im Computer vorhanden ist, habe ich einen Adaptec 1542CF Controller eingebaut, an dem die Floppy Laufwerke angeschlossen sind. Der Diskettencontroller des Adaptec hat sich als toleranter beim Bearbeiten von "Nicht DOS"-Formaten erwiesen.

Archivierungssoftware

Zum Ziehen der Images für MS/PC-DOS und Windows verwende ich (nach vielen Tests) das Programm Teledisk 2,16 von Sydex (NTI). Warum kein Windows Programm wie "WinImage"? Die Ansprüche an die Hardware sollen so gering wie möglich sein! Ich wollte ein Programm verwenden, das unter DOS 2.x auf einem XT mit Mono-Bildschirm genauso läuft wie auf einem Pentium Rechner mit Windows NT. "Teledisk" kann das und ist zudem auch für wenig versierte Anwender leicht zu bedienen, da es fast alles automatisch macht. Zudem schreibt und liest es auch nicht DOS Formate. Für C64/128 ist natürlich trotzdem der StarCommander erste Wahl.

Erst später habe ich das Programm "ImageDisk" (Version 1.17, von Dave Dunfield) entdeckt. Es bietet mehr Einstellungsmöglichkeiten, die ich vor allem bei CP/M Disketten sehr zu schätzen gelernt habe. Bei einseitigen Low Density Disketten (Osborne, Kaypro u.a.) ziehe ich es "Teledisk" vor, obwohl dadurch die Durchgängikeit des Image-Formats innerhalb des Archivs verletzt wird. Bei DOS gibt es als kleinstes Format 160KB Single Sided (IBM PC 5150 mit DOS 1.0). Das Imaging mit "Teledisk" für DOS/Windows funktioniert für dieses Format bis hinauf zu 3,5" mit 1.44MB einwandfrei, solange als Wiederherstellungsmedium die passende Diskette verwendet wird. "ImageDisk" hat den Vorteil, das sich Double Density Images durch die Option "DoubleStep" auch auch High Density Laufwerken wieder korrekt herstellen lassen. Um einzelne CP/M Dateien auf bzw. zu Disketten zu kopieren oder Disketten zu formatieren ist "22disk" (ebenfalls von Sydex) erste Wahl.

Sonderfälle

Kopiergeschützte Software ist ein besonderes Problem. Obwohl "Teledisk" einigermassen fehlertolerant ist, kann man von Disketten mit aufwändigeren Kopierschutzmechanismen keine brauchbaren Images ziehen bzw. wieder herstellen. Daher können die Originaldatenträger nur kopiert werden. Ich habe mich vor einigen Jahren an einer Aktion des Forum's 64 beteiligt, bei der in den USA 10000 doppelseitige Double Density Disketten neu produziert wurden. 500 davon habe ich mir reserviert. Auf diese Disketten werden nun unter Hilfe eines "Option Board" und des Kopierprogramms "Copy II PC" der Firma Central Point Software (die ultimative Kopiersoft- und hardware) Sicherheitskopien der sich teilweise hartnäckig wehrenden Programme gezogen. Besonders widerspenstig waren: MS Word 1.0 und 2.0, MS Multiplan 1.0, Lotus 1-2-3 1.0, Visicorp VisiOn, Lotus Symphony 1.0. Mittlerweile haben wir drei "Option Board's" im Bestand und sind somit auch für die Zukunft gut gerüstet.

Wer sich für den aktuellen Archivierungsstand interessiert, hier unsere Logdatei der bereits archivierten Software.

Top Legende

Nur Disketten vorhanden Nur Original-Datenträger vorhanden (Kassetten, Disketten, CD-ROM)
OEM Version Nur als OEM-Version vorhanden
Eigenschaft ist vollständig vorhanden
Eigenschaft ist nur eingeschränkt vorhanden